Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ihre Sekte zu erfreuen hatte — als plötzlich ein neuer Betrüger, Namens Mordochai aus Eisenstadt, die Bühne betrat, um von Neuem die Rolle des Messias zu spielen. Es dauerte gar nicht lange, so hatte er sich einen großen Anhang in Deutschland, vorzüglich aber in Italien verschafft. Durcffseine Büßpredigten soll er sich eine große Gewalt über die Gemüther, besonders die der ungebildeten Juden zu verschaffen gewußt haben. „Bald wird eure Erlösung erfolgen, recht bald." Das waren.die Loosungsworte Mordochais. Indessen merkten die bedeutendsten Rabbiner des bedrohenden Gewitters, und suchten auch zur rechten Zeit, theils durch Güte und Ermahnungen, theils durch Drohung, Bann u. dgl. ihre Gemeinden vor dem Betrüger zu warnen, und es gelang ihnen auch, wenn auch nicht ohne große Mühe und Anstrengung, denselben wenigstens für den größten Theil der Gemeinden, unschädlich zu machen. Und so verschwand er plötzlich vom Schauplatz, und seinen Anhängern wurde dann Spott und Verachtung zu Theil. IH. Öliger Pauli ward im Jahre 1644 von christlichen Eltern zu Kopenhagen geboren. Man weiß aus zuverläßiger Quelle, daß sein Großvater, Simon Pauli, Doctor und Professor der Theologie zu Rostock war. Eben so sicher weiß man, daß Oligers Mutter, Elisabeth, eine Tochter des Professors der Medizin und Mathematik, Jakob Fabritius zu Rostock war, welche außer dem, in der Ueberschrift erwähnten, noch 14 Kinder ihrem Manne gebar. Aber trotz diesen zuverläßigen und genauen Nachrichten von unseres Helden Abstammung suchte er dennoch dieselbe immer zu verheimlichen. Und damit seine messtanische Sendung, zu der er sich von Gott schon lange vor der Geburt berufen wähnte, bei den Juden Glauben finden möchte, so gab er vor, daß er wirklich von jüdischer Abstammung sei, indem sein Urgroßvater Jo Hann Pauli, Bürgermeister zu Schwerin, ein Jude aus dem Hause des Königs Davids abstammend, sich habe taufen lassen nnd den Namen Pauli erhalten habe. Es ist auffallend, daß Sabathai, Frank und Pauli, so verschieden auch ihre Richtungen und Bestrebungen waren, dennoch einen Mittelpunkt