Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 bemerkten seine anwesenden Anhänger, und sogleich suchten sie den zweifelnden Gegner durch Drohung zu überzeugen; er entfloh aus dem Zimmer. Auf der Straße von ihnen verfolgt, konnte er nur dadurch sein Leben retten, daß er einem vorübergehenden Türken den Turban abriß und sich denselben aufsetzte, als Zeichen, daß er sich zum Islam bekenne. Die Türken nahmen ihn sofort in Schutz und führten ihn nach Adrianopel, wo er sich um eine Audienz beim Sultan bemühete. Nachdem nun diese ihm gewährt ward, entdeckteer dem Sultan die ganze Gaukelei Sabbathais und stellte ihm auch die drohende Gefahr vor, wenn dem Betrüger nicht bald Schranken gesetzt würden. Demzufolge befahl der Sultan, Sabbathai nach Adrianopel abzuführen, welches auch am 16. des Monats Elul geschah. In Adrianopel angelangt und vor den Sultan geführt, wurde ihm ein Dragoman, da er der türkischen Sprache unkundig war, ein jüdischer Renegat, Namens Guido, gegeben, welcher Leibarzt des Sultans war. Auf die Frage, „ob er in Wahrheit der Gesalbte des Herrn sei, der die Juden zu befreien gedenke?" konnte Sabbathai vor Angst und Zittern nicht antworten. Der Sultan erklärte: er wolle durch drei vergiftete Pfeile seine messianische Sendung prüfen, wenn diese Pfeile, die er auf ihn abschießen lassen wolle, wirkungslos blieben, so wolle auch Er, als Sultan, ihn als Messias anerkennen, im entgegengesetzten Falle aber stehe ihm die härteste Todesstrafe. bevor — doch kann ihn die Annahme des Islam von derselben befreien. Hiervon in Kenntniß gesetzt, wählte Sabbathai das letztere, warf sogleich seine Mütze vom Haupte zur Erde, setzte sich den Turban eines neben ihm stehenden , Pagen auf und bekannte sich sofort zum Islam. Der Sultan schenkte ihm einen Ehrenpelz, ertheilte ihm den Namen Aga Muh am ed Efendi und befahl, ihm einen Mufti zum Unterricht in der muhamedanischen Religion zu geben. Die Nachricht von dem Uebertritt Sabbathais zum Islam verbreitete große Trauer und vielen Kummer unter seinen Anhängern. Alle standen beschämt da. Indessen erkühnte sich dennoch der Betrüger, am neunten Tage nach seinem Abfall vom Judenthum, die