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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 1-2 (1854) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
1-2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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23 Nachricht seines Uebertrittes zum Islam seinen Verehrern als „frohe Botschaft" mitzutheilen. Man würde berechtigt sein zu glauben, daß die Betrogenen und Verführten wenigstens jetzt zu der Ueberzeugung gelangt sein müssen, daß sie sammt und sonders getäuscht und hintergangen waren, allein dem war nicht also. Aus dem Sohar wurden viele Stellen gesammelt, um zu beweisen, daß der Messias vor seiner vollziehenden Erlösung zuerst ein Bekenner des Islam sein müsse. „Es war so von Gott beschlossen," so lauteten die verkehrten und widersinnigen Argumente der noch jetzt verblendeten Menge, „auf daß die heiligen zerstreuten Funken (nmnp'n »jtob), so etwa auch unter den Mühamedanern sich befinden mögen, durch ihn, den Messias, in den Centralpunkt des jüdischen Heiligthums gebracht werden. Denn der-Messias müsse die Sünden Aller tragen und durch seine Wunden (des Abfalls) werden sie versöhnt werden!!!" Dreihundert seiner eifrigsten Anhänger folgten sogleich dem Beispiel ihres Meisters und bekannten sich zum Islam. Sabbathai reiste dann nach Constantinopel und lebte daselbst in großem Ueberfluß von dem Vermögen, das er sich theils durch die Freigebigkeit seiner Anhänger, theils durch die großen Geschenke, die ihm von dem Sultan wegen seines Uebertrittes zu Theil wurden, erworben hatte. Um diese Zeit starb seine dritte Frau und er verheirathete sich zum vierten Male mit der Tochter eines berühmten Rabbiners, Namens Joseph PhilosophuS, der auch zum Islam übertrat. Die zahlreichen Uebertritte zum Islam, welche von Seiten der Anhänger Sabbathais täglich Statt fanden, fingen endlich an die Gemüther der Rabbinen und die der Vorsteher der berühmtesten Gemeinden sehr zu beunruhigen, und da Sabbathai trotz seines öffentlichen Abfalles vom Judenthume noch nach dem jüdischen Ritus lebte, so benutzten seine Gegner diesen Umstand, ihn bei dem Sultan zu verdächtigen, daß erweder wahrer Muhamedaner, noch wahrer Jude sei. Diese Klage fand bei den ohnehin mißtrauischen Türken ein geneigtes Ohr, und der mit der Untersuchung der Sache beauftragte Großvezier stattete dem Sultan, nachdem er von den Feinden des Sabbathai „zwölf Beutel mit Löwenthalern" empfangen hatte, gerade keinen sehr günstigen Bericht über den Sachverhalt ab. Dem

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