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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 1-2 (1854) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
1-2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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so berichtete er den ganzen Vorgang an den Sultan nach Adrianopel, und bat sich zugleich Verhaltungsbefehle von ihm aus. Der Sultan, der wohl die Taschenspielerei des Betrügers ahnen j mochte, gab sogleich Befehl, Sabbathai sofort fest zu nehmen und ihn in sichere Bewahrung zu bringen. f Der Großvezier vollzog den Befehl sofort und sendete einen j Aga mit fünfzig Mann Janitscharen, um Sabbathai zu verhaften. j Aber kaum erblickte der Aga denselben, so wurde er von der! Würde Sabbathais so ergriffen, daß er unverrichteter Sache zum Großvezier zurückkehrte und ihm gestand, daß es ihm unmöglich wäre, seinem Befehle zu gehorchen. Einem anderen Aga mit zweihundert Mann ging es nicht besser, als dem ersten beim Anblick Sabbathais, und kehrte ebenfalls unverrichteter Sache zurück. Endlich begab sich Sabbathai freiwillig zum Großvezier, welcher ihn zwar recht freundlich aufnahm, ihn aber dessen ungeachtet auf das Castel Cesto brachte, wo ihm eine prächtige Wohnung eingeräumt und auch freier Zutritt zu ihm gestattet wurde. Diese von Seiten des Großveziers ihm zu Theil gewordene Auszeichnung — wahrscheinlich für schweres Geld — vergrößerte noch seinen Anhang unter den Juden, und Abgeordnete aus allen Theilen Deutschlands, Polens, Rußlands und aus den entferntesten Ländern strömten in großer Menge ihm zu, um ihm ihre ehrfurchtsvolle Huldigung darzubringen. Viele neue Verordnungen in Betreff des jüdischen Rituals und der Liturgie erließ er von Castel Cesto aus, die von seinen Verehrern auf das Pünktlichste vollzogen wurden. Um diese Zeit schickte auch Rabbi D avid, Verfasser des berühmten Kommentars Ture-Sahab über die jüdischen Gesetzesbücher, seine beiden Söhne zu Sabbathai, um sich bei ihm selbst über die wahre Sachlage zu erkundigen. Die Söhne Davids wurden von der tiefen Gelehrsamkeit Sabbathais in große Bewunderung versetzt. Er gab ihnen auch einen Wamms mit dem Aufträge, bei ihrer Ankunft in der Heimath denselben ihrem Vater zn übergeben, wobei sie sogleich die Worte (Ps. 105, 5): „deine Jugend soll wie ein Adler sich erneuen," sagen sollten, und Kraft derselben Worte werden sich auch die Kräfte ihres Vaters verstärken und verjüngen.

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