Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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durch sein tragisches Ende die große Lehre, daß Schweigen und kluges Verhalten jetzt besser, als ein kraftloses Opponiren, an der Zeit sei. Das Faktum wird folgendermaßen berichtet: Ein Mann der Opposition in Konstantinopel stellte dem Großvezier den Unfug Sabbathais und seiner Anhänger, sowie seine Besorgniß über die Übeln Folgen, welche aus dieser Verwirrung der Juden entstehen möchten, klar dar, mit der Bitte, ein Certifikat über seine Ungläubigkeit an Sabbathais Messiasthum ihm auszustellen, damit er, bei einer etwa erfolgenden Untersuchung von Seiten der Regierung sich als Rechtgläubiger legitimiren könne. Kaum hatten die Anhänger Sabbathais dieses in Erfahrung gebracht, als sie sofort falsche Zeugen aufzustellen wußten, durch deren Aussage der Mann der Opposition als Staatsverbrecher angeklagt und durch türkische Justiz von Rechtswegen zur Galeerenstrafe verurtheilt wurde. Dieses gelungene Unternehmen machte die Sabbathaische Parthei stolz und verwegen, und verleitete sie, von nun an weniger vorsichtig zu sein. Stolz und Hochmuth kommen immer vor dem Fall. Auch bei dieser Parthei kam dieses in Erfüllung. Ihr Hochmuth ging zuletzt so weit, daß sie in Sabbathai drang, sich endlich dem Sultan vorzustellen und von ihm Krone und Scepter zu verlangen. Jetzt wurde Sabbathai bedenklicher, aber er konnte nicht mehr zurück und mußte, um die einmal begonnene Rolle weiter zu spielen, ungesäumt.fortfahren. Er dachte, vielleicht möchte ein glücklicher Zufall, der schon so oft in der Geschichte die überlegtesten Pläne vereitelt habe, auch ihn diesmal begünstigen. In dieser Hoffnung trat er, wenn auch nicht ohne innere Furcht, nebst seinen Prüdem und einer großen Suite seine Reise nach Konstantinopel an, wo er am 20. des Monats Tebath, des Jahres 1666 glücklich ankam. Die dortigen Juden empfingen ihn mit aller einem Messias gebührenden Ehre. Bei der Ankunft Sabbathais war der Sultan, Muhamed VI., in Adrianopel abwesend, und er suchte um eine Audienz bei dem Großvezier nach. Dieser war nicht so gutwillig, Sabbathai eine solche sofort zu bewilligen, sondern suchte die Sache in die Länge zu schieben. Als er nun von Seiten der ungeduldigen Juden um die Audienz gedrängt wurde, so