Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 scheinlich, daß Sabbathai durch diese Verbindung, da die Dirne nicht ohne christliche Bildung, und nicht ohne Bekanntschaft mit den christlichen politischen Zuständen in den europäischen Staaten war, auf ihren Beistand bei seinen Unternehmungen sehr gerechnet hat. Daß er noch andere Zwecke mit einer solchen Heirath, — wie etwa die des Joseph Balsamo — gehabt haben mag, ist nicht sehr wahrscheinlich. Doch dem sei, wie ihm wolle, diese Heirath brachte manche von seinen Verehrern zum Nachdenken. Indessen drängten sich die Ereignisse jetzt mächtig aneinander; neben dem großen Anhänge Sabbathais bildete sich auch im Stillen eine, obgleich nicht zahlreiche, aber desto kräftigere Opposition, welche, da sie es nicht wagte, gegen ihren Gegner öffentlich aufzutreten, desto gefährlicher im Trüben fischte, und alles aufzubieten suchte, um den betrogenen Betrüger zu entlarven. Und in der That hätte ihr das in ruhigeren Zeiten gar nicht schwer fallen dürfen, allein unter den damaligen Verhältnissen, wo der Schwindelgeist alle Gemüther ergriffen hatte, war dies nicht so leicht. In Smyrna, Adrianopel, Thessalonich, Konstantinopel und in noch unzähligen andern Orten, standen sogenannte Propheten und Prophetinnen auf. Männer, Weiber und Jünglinge sollen vom prophetischen Geist ergriffen worden sein und in ihnen niemals bekannten Sprachen prophezeihet haben von den Dingen, so sich begeben werden, und ihr Refrain war immer: „Sabbathai Zebi ist der wahre Messias, aus dem Hause Davids, dem Krone und Reich gegeben wird." Das abergläubische Volk glaubte diesem Gaukelspiel und war fest versichert, die Worte des Propheten Joel 3, 1 in Erfüllung zu sehen, wo es heißt: „Und nach diesem will ich meinen Geist auögießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen; eure Aeltesten sollen Träume haben und eure Jünglinge Gesichter sehen re. rc." Unter solchen Umständen, unter einem solchen allgemein verbreiteten Wahne konnte die Opposition nicht durchdringen, und einer aus ihrer Mitte, derbes gewagt hatte, öffentlich gegen den Schwindelgeist des Sabbathai und dessen Anhänger äufzutreten, gab ihr