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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 1-2 (1854) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
1-2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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" 9 ordentliche Proben seiner Geistes fähigkeiten. Mit den Jahren steigerten sie. sich in ungewöhnlichen Progressionen. Große Erwartungen von ihm hegend, suchten die wohlhabenden Juden — als ein Gott gefälliges Werk — seine Studien durch Unterstützungen aller Art zu befördern. Diese allgemeine Anerkennung spornte den sehr begabten Jüngling noch mehr an, und schon in seinem achtzehnten Lebensjahr wurde ihm einstimmig von dem Gesammtrabbinat zu Smyrna die Würde und der Titel eines Chachams beigelegt. Aber Sabbathai, noch nicht zufrieden mit der ihm von Seiten des Rabbinats und der Gelehrten gezollten Ehre, suchte nunmehr auch die des Volkes und der großen Massen zu erlangen. Seme öffentlichen Vorträge und seine bedeutende Beredsamkeit boten ihm die Mittel zur Erreichung seines Zweckes hinlänglich dar. Außerdem lebte er in Zurückgezogenheit, suchte einen Nimbus um sich zu verbreiten und begegnete einem Jeglichen auf das leutseligste und wohlwollendste. Auf diese Art verbreitete sich sein Ruf mit großer Schnelligkeit. Aus der Nähe und Ferne strömten viele Fremde ihm zu, die, froh des Glückes, eines Blickes des großen Mannes gewürdigt zu sein, um seinen Segen baten. Doch genügte seinem regen Geiste und seiner lebhaften Einbildungskraft der Talmud mit dessen unzähligen Kommentaren nicht mehr. Die Tiefen der Kabalah urid metaphysische Studien nahmen von jetzt ab seine ganze rastlose Thätigkeit in Anspruch. Das Buch Sohar und Bahir, die Hauptwerke für gedachte Wissenschaften, wurden auch ihm , wie schon so vielen vor und nach ihm, die Ursachen seiner späteren Verirrungen. Eine Stelle in dem Buche Sohar gab ihm Anlaß auf messianische Grübeleien zu verfallen, und er meinte, daß die Zeit der Wiederherstellung des jüdischen Reiches sehr nahe in Aussicht wäre. Die gedachte Stelle lautet in einer wörtlichen Uebersetzung: Wann der Messias als König erscheinen wird, so werden Jacob alle himmlischen und irdischen Güter zu Theil werden, und Esau wird Alles verlieren und keinen Theil an der Erbschaft und kein Andenken in der Welt behalten, wie es heißt: „Und das Haus Jacob wird werden zum Feuer, das Haus Joseph zu einer Flamme, das Haus Esau aber zu Stroh (Obad. 18). Also wird Esau alles

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