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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 1-2 (1854) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
1-2 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Zeitgeist leichter als sonst inficist, sich für als von.Gott Berufene haltend, das Volk in Massen mit sich fovtreißen konnten — bestätigt die Geschichte dieser Jahrhunderte hinlänglich. Und von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, stehet der oben erwähnte jüdische Messias in der Geschichte des stebenzehnten Jahrhunderts weder allein noch einzig da. ' - Im Jahre 1641 wurde Sabbathai zu Smyrna von armen jüdischen Eltern, die sich von einem Eier- und Federviehhandel nur kümmerlich ernährten, geboren. Seine Ahnen scheinen aus dem westlichen Europa nach Morea ausgewandert zu sein,* *) woselbst auch der Vater unseres Sabbathai, Mordochai Zebi, geboren war. Außer Sabbathai hatte derselbe noch zwei Söhne, Joseph und Elias. Die Nothwendigkeit der Herbeischaffung der Mittel, um seinen Kindern eine ordentliche Erziehung geben zu können, veranlaßte Mordochai Zebi, auf ein besseres und einträglicheres Geschäft zu denken. Er suchte bei den in Smyrna sich aufhaltenden englischen Kaufleuten als Makler anzukommen, und dieses Geschäft setzte ihn auch in den Stand, seinen Kindern eine ordentliche Erziehung ertheilen zu lassen. Von seinen drei Söhnen zeichnete sich Sabbathai ganz besonders aus. Schon sehr früh gab er außerzum Heile, eine Morgenröthe ist uns aufgegangen." Es war der zehnte November des Jahres vierzehnhundert drei und achtzig. Diese Sage hat einen ernsten Sinn. Die Reformation hat nicht allein den blutigen Verfolgungen des Mittelalters und den Greueln, welche die Kirche schändeten, in einem großen Theile der Welt ein Ende gemacht, sie hat auch das Wort Gottes aus dem Schutte menschlicher Satzungen hervorgezogen und das Licht biblischer Wahrheit auf den Leuchter gestellt. An das jüdische Volk ist seitdem unaufhörlich der freundlich ladende Ruf ergangen: „Kommet ihr nun vom Hause Jacob, lasset uns wandeln im Lichte des Herrn." *) Zu dieser Annahme berechtigt uns der Name Zebi ('2X—Hirsch); ein Name, den orientalische Juden nie führten; überhaupt kommt er als Nom. pr. nur spät bei den deutschen und polnischen Juden im Mittelalter vor. Im Talmud und in der Bibel findet er sich gar nicht.

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