Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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unser Haus. Mitwelches er die Nacht vorher in der Synagoge heimlich niedergeschrieben hatte. Am Mittwoch, den 16., ist er in die Anstalt ausgenommen und Herrn Schuh als Lehrling übergeben worden. Am Nachmittage desselben Tages benachrichtigte ich durch einen Juden, der oft in unser Haus kommt, die Bewohner des Judenviertels, daß Rabbi Khajim aus Minsk bei mir sei. Anfangs hielt man ein solches Gerücht von Rabbi Khajim, welcher bei allen in so hoher Achtung stand, für unwürdig, ihm Glauben zu schenken; als sie aber gegen Sonnenuntergang den Synagogendiener sandten und sich von der Wahrheit des Gerüchts überzeugten, da entstand in der Synagoge eine große Bewegung, und „Etliche schrieen sonst, Etliche ein anderes," und das um so mehr so, da die Juden, auf irgend eme Weise dazu veranlaßt, selbst argwöhnten, daß Rabbi Khajim nur der Vorläufer von vielen Andern sein müsse, welche Christ zu werden wünschen, und versetzten sich dadurch in die größte Bestürzung, An demselben Abend kamen mehrere seiner Landsleute und eine Frau zu uns, alle sehr aufgeregt, und verlangten , ihn zu sehen. Nach mancherlei hin- und herreden und großem Lärm, fügten sie sich, dies bis auf den nächsten Morgen zu verschieben, wo sie dann, wie ich ihnen versprach, eine Zusammenkunft mit ihm haben sollten, wenn er darein willigte. Früh am nächsten Morgen kam der Synagogendiener, um sich, wie ich glaube,' die Gewißheit zu verschaffen, öb Rabbi Khajim noch da sei. Bald darauf brachte er den Rabbi Galanter, einen Arzt, welcher, im Ganzen genommen, sich höflich betrug. Nach einem kurzen, aber ernsten und mit Beweisgründen verflochtenem Gespräche über verschiedene Gegenstände, wobei mich Herr Reichardt unterstützte, rief ich ZabanSki herein, welcher von Rabbi Galanter gefragt wurde, ob er diesen Schritt von ganzem Herzen gethan habe; und als diese Frage bejaht wurde, machte der Doctor eine höfliche Verbeugung und ging feiner Wege. Der große Rav von Warschau und Rabbi Samuel, der Dajan, wie viele andere einflußreiche Juden waren im Begriff zu uns zu kommen, aber vr. Galanter hielt sie zurück, weil ihre Dazwischenkunft nur dazu beitragen würde, daß Zabanski in unserer Achtung als ein großer Mann steigen müsse; und da die Sache hoffnungslos