Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 wollte. Seine Bekanntschaft hatte er schon vor einem "Jahre in Viniza gemacht, war dann mit ihm in Jassy und Co nsta nti n o pe l wieder znsammen getroffen, und beide merkten einander ihre Gesinnungen ab. Vor ungefähr drei Wochen kam dieserjunge Mann hier an, wo sie sich sogleich wieder zusammen fanden. Am 9. dieses Monats (März), während wir in der Kirche waren, bemerkte einer unserer Zöglinge zwei junge Juden vor der Thür unseres Hauses auf und nieder gehend und der Thür gegenüber dann und wann stehen bleibend, scheinbar zweifelnd, ob sie hineingehen sollten oder nicht. Unser Zögling ging zu ihnen hinaus und lud sie nach einiger Unterhaltung ein, in das Haus einzutreten, mit dem Versprechen, sie auf einem Wege hinein zu führen, wo sie von keinem Juden beobachtet werden könnten. Ich freute mich in der That, diese beiden jungen Männer zu sehen und mich mit ihnen zu unterhalten, indem ich fand , daß sie beide ernstlich nach der Wahrheit forschten. Einer von ihnen ist aus einer sehr reichen und angesehenen Familie, ungefähr 20'Jahr alt, hat eine gute talmudische Bildung, und kann die russische Sprache lesen und schreiben. Er ist bereits verheirathet und hat einen kleinen Sohn, ließ aber Weib und Kind in Rußland zurück. Ich werde, wie ich hoffe, bald Gelegenheit haben, Sie-mit der Geschichte dieses jungen Mannes näher bekannt zu machen^ Für jetzt willich zu Zabanski zurückkehren, welcher (er ist keiner von den beiden eben erwähnten) am 12. d. Mts. seinem Freunde (einem von den beiden) sein großes Verlangen offenbarte, mit einem Missionare zusammen zu kommen. Sein Freund brachte ihn an demselben Tage zu mir, wo ich die Freude hatte, ein Paar Stunden in ernstem Gespräche mit ihnen zuzubringen. Zu unserer nächsten Zusammenkunft bestimmte ich den folgenden Dienstag; aber schon den nächsten Tag, Sonntag den 13. d. Mts-, kam Zabanski allein und erklärte höchst feierlich sein ernstliches und herzliches Verlangen, zum Christenthume überzutreten, so wie auch seine Bereitwilligkeit, ein nützliches Handwerk zu erlernen. Am Montage, den 14., kam er wieder und verbrachte lange Zeit 'bei mir und Herrn Stern. Am Dienstage kam er abermals von seinem Freunde begleitet und brachte ein Gesuch um Aufnahme in