Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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M8 dessen Weg zu Lahnen er berufen sei. Juden und Araber versammelten sich in großer Menge um ihn. Er durchschweifte das " Gebirge mit dem Rufe; „Auf, kommet und laßt uns dem Messias entgegengehn!" „Meine Freunde und Bekannte im Süden," so fährt Maimonides fort, „ haben große und weitläufige Briefe an mich geschrieben, worin sie mir ausführliche Berichte über das Thun und Lassen dieses vermeintlichen Vorläufers des Messias abstatteten. Auch seine Anordnungen, seine Neuerungen in Bezug auf die Gebete und seine vollbrachten Wunder, welche sie mit ihren Augen gesehen zu haben vermeinten, theilten sie mir mit.,, „Als ich nun den ganzen Inhalt ihrer Berichte erwog, so stellte sich bei mir die Ueberzeugung bis zur Evidenz fest, daß dieser Mensch, von dem sie so viel Redens machten, trotz seiner angeblichen Gottesfurcht, Nichts mehr und Nichts weniger, als ein — Narr sei, dem es an Einsicht und Verstand mangelt. Seine vorgeblichen Wunder aber muß ich für Täuschung, oder gar für Lügen erklären. Ich war in großer Angst wegen der armen Juden, die sich von ihm verführen ließen, und habe auch zur Warnung eine Abhandlung in drei Heften verfaßt, worin ich die Kennzeichen des Messias, so wie dessen Zeit genau angegeben habe. Ich rieth ihnen, daß sie diesen Menschen (den vermeinten Messias) ermahnen möchten, endlich von seinem Vorhaben abzustehen, damit er selbst nicht ein gleiches Loos mit seinen vielen Vorgängern theile und auch nicht so vieles Elend über die heiligen Gemeinden bringe. Um mich kurz zu fassen, das Ende war: daß er nach einem Jahre gefangen genommen wurde, und sein ganzer Anhang genöthigt war, in der Flucht sein Heil zu suchen. Einer der arabischen Könige fragte ihn, nachdem er bereits in Gefangenschaft war, nach der Veranlassung eines solchen abenteuerlichen Unternehmens. Er antwortete: „Mein Herr und König, ich spreche die Wahrheit, mein Unternehmen war auf den Befehl Gottes." „„Und wodurch beweisest Du es mir,"" fragte ferner der König. „Haue mir den Kopf ab, und ich werde bald nachher wieder lebendig werden und auferstehn und so umherwandeln, als ob gar Nichts vorgefallen sei." „„Ja, das ist ein unwiderleglicher Beweis,"" entgegnete ihm