Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Niemals, oder hoch äußerst selten haben sich dieselben bemüht, das Volk von dem Wahn seiner thörichten Hoffnung und Erwartung durch vernünftige und schriftgemäße Belehrung abzubringen. Und so geschah, was nicht ausbleiben konnte, daß das Volk abermals die Beute eines Betrügers wurde; er war aber noch lange, lange nicht der letzte. Im Jahre 940 warf sich zu Amaria in Persien abermals ein gewisser David El Roi *) zum Messias auf. Dieser Mann, in magischen Künsten vielfach geübt, benutzte dieselben, um das Volk durch Blendwerke zu täuschen und zum Aufstande zu bewegen. Das Volk folgte ihm blindlings und im vollsten Vertrauen nach. Der König, von dem um sich greifenden Aufstande benachrichtigt, gerieth in Schrecken, als er zuletzt von der großen Menge, die sich um den Verführer sammelte, hörte. Der König forderte den Betrüger vor sich, mit der Versicherung, daß er nach erhaltenem Beweise von der Göttlichkeit seiner Sendung, sich ihm unterwerfen und auch feijic Unterthanen dasselbe zu thun zwingen wolle. Er erschien, Und man warf ihn in's Gefängniß. Ueher den weiteren Fortgang der Sache sind die Nachrichten, abweichend. Nach einigen soll er aus, dem Gefängnisse entkommen sein. Man hörte seine Stimme und sah ihn nirgends. Der König suchte ihn mit seinem Kriegsheere wieder zu ergreifen. Er traf ihn auch am Fluffe Goran und hörte ihn rufen: O Thor! Man sah ihn aber nicht. Bald daraus ward man ihn gewahr, aber er ging durch den Fluß. Diese und ähnliche Fabeln werden von dem entflohenen Messias berichtet. Worin aber die meiste» Historiker übereinstimmen, ist, daß der König die Juden in seinem Lande zur Auslieferung des Betrügers aufforderte. Zachäus, der damalige Fürst der Gefangenen, schrieb an den Pseudomessias und ersuchte ihn, er möge sich stellen, um nicht sein Volk, das er befreien wolle, ms Unglück und Elend zu stürzen. Aber er erschien — nicht. Endlich lockte sein eigener Schwie- *) So geben jüdische und christliche Historiker dm Namen an. Uns scheint aber, daß er, da er, nach feinem Vorgeben, die Kunst unsichtbar zu werden besessen hat, wahrscheinlich David „der Unsichtbare" geheißen habe.