Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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-172 R. Akiba erklärte den Bar-Cochba öffentlich als Messias, verschaffte ihm durch das große Ansehen, in welchem er stand, einen sehr großen Anhang und jegliche Art von Unterstützung, er salbte ihn zum König, setzte eine Krone auf sein Haupt , ließ Münzen in seinem Namen prägen und nahm die Stelle eines Dieners-bei ihm an, um ihm die Steigbügel halten zu können. Durch solche Vorspiegelungen getäuscht, griffen die Juden zu den Waffen und suchten Palästina wieder von Feindesgewalt zu befreien. Die Römer wurden aus vielen Plätzen verjagt, und Rufus sah sich zuletzt genöthigt, stische Truppen ins Land zu ziehen, um die Empörer zu züchtigen. Doch das Maaß des Elends war noch nicht voll. Viele ansehnliche Rabbinen wurden ergriffen und als Rädelsführer Hingerichtete um - so dem Aufstande seine eigentliche geistige Stütze zu entziehen. Allein dieses vermeintliche Mittel brachte gerade die entgegengesetzte Wirkung hervor. Der Fanatismus der Juden wurde durch jene Hinrichtung ihrer Rabbinen, welche ihnen jetzt als Märtyrer Md verklärte Heilige erschienen, noch erhöhet, Md mit beispielloser Tapferkeit suchten sie jetzt Meister der bedeutendsten festen Plätze von Palästina zu werden. Jetzt erst begriff H adrian die gefahrdrohende Stellung, welche der Aufftand genommen hatte und fing auch an, für den übrigen Orient zu fürchten, daß auch er von der allgemeinen Wuth gegen die Herrschaft der Römer ergriffen werden möchte. Hadrian beorderte Severus nach Palästina, welcher Jerusalem wieder eroberte. Die Juden zogen sich nach Bethar zurück und hielten eine beispiellose Belagerung von 3'/z Jahren aus. Indessen brachen unter den Belagerten Zwistigkeiten aus, auch Hunger und Pest kam dazu, so daß die Stadt endlich den Feinden zur Beute wurde. 580,000 Juden fielen in diesem Kampfe. Bar-Cochba, der falsche Messias, wurde erschlagen, und sein Haupt im Triumph im Lager herumgetragen. Das Loos der Juden wurde nach dieser Katastrophe höchst beweinenswerth. Der letzte Rest von Freiheit wurde ihnen entrissen, und der Synagoge drohete der völlige Untergang. Auf die Rabbinen wurde völlig Jagd gemacht. R. Akiba nahm ein entsetzliches Ende. Rufus ließ ihm mit eisernen Kämmen die Haut vom Leibe reißen. Ein gleiches Schicksal