Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 11-12 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Br freier und eine Freiheit, wie es seit seiner Verbannung gehofft hatte. Und wahrlich, wenn man die von Zeit zu Zeit zum Vorschein gekommenen falschen Hoffnungen der Juden beim Auftreten ihrer zahlreichen falschen Messias in der Geschichte liest, so muß man allerdings ftagen: Wo giebt es ein Volk, das sich so oft und so wiederholentlich habe täuschen lassen? Wo giebt es eine Nation, die in der Berechnung in dem, das ihr nützt und schadet und ihr Vortheil bringt, keinem anderen nachstehet,, und gerade in der Berechnung und der Beurtheilung des Einen, das ihr Noch thut, so voller Unwissenheit, Verkehrtheit und Leichtgläubigkeit ist? Man sagt gewöhnlich, der Jude verstehet, wie kein Anderer, was materiellen Vortheil anbelangt; allein die vielfachen Täuschungen und Hintergehungen, die ihm bei dem vielfachen Auftauchen von falschen Messias widerfuhren, möchten gerade das Gegentheil beweisen. Das Erscheinen und Auftreten dieser falschen Messias und Betrüger hat zu allen Zeiten den Juden nicht nur ihre ihnen nur spärlich zugemeffenen bürgerlichen Freiheiten, sondern auch ihr schwer erworbenes Vermögen gekostet. — —' In Polen, Rußland;imi> Galizien, wo der größte Theil der Juden in großer Armuth, Noch und Elend lebt, wo die Meisten nur kümmerlich ihr Leben fristen können — sparen sie sehr oft jeden Pfennig zusammen, vernachläßigen ihre Familien und Geschäfte, um zu einem sogenannten heiligen Rabbi — dem Oberhaupte der Sekte der Chasidäer, zu reisen, bringen demselben Geschenke, damit er für sie, für ihre unftuchtbaren Frauen, oder für ihre Kinder beten solle; — sie beftagen ihn, ob sie ein Geschäft, eine Reise unternehmen sollen, und der Rabbi, in wahrhaft fürstlicher Pracht lebend, mit Schlauheit aller Art versehen, von Helfershelfern vielfach unterstützt, giebt sich die Miene, als ob er von einer höheren Welt eine Inspiration erhält, lacht über dir Leichtgläubigkeit der Menge und läßt sich dafür schweres Geld bezahlen. Ebenso war es mit den angeblichen falschen Messias, die von Zeit zu Zeit das arme Volk bethört hatten. Dreißig solchen Betrügern ward Israel immer nacheinander zur Beute. Tausende und aber Tausende von diesem Volke wurden,