Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 9-10 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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ISO Es war fünf Uhr, als mein Freund diesen Vortrag beendigt hatte, dem alle Anwesenden mit der gespanntesten Aufmerksamkeit gefolgt waren. Keiner wagte es, meinem Freund zu widersprechen. Jetzt athmete Alles wieder ftei. Alle Anwesenden beeilten sich, ihm irgendwie eine Artigkeit oder Verbindlichkeit ZN sagen. Der Prediger umarmte ihn und dankte ihm äußerst verbindlichst für die vielfachen Belehrungen, so ihm aus diesem Vortrag zu Theil geworden war. Mein Freund, ein Feind von allen Schmeicheleien, entfernte sich sofort. Auch die Juden entfernten sich, da es Zeit war das Minchagebet zu verrichten. Ueber zwei Jahre sind seitdem verflossen. Aber das im Namen Gottes gesprochene Wort blieb nicht ohne Wirkung. Vor etwa vier Monat erhielt mein Freund einen Brief von wem oben erwähnten Kandidat des Inhalts: .... Ihr vor zwei Jahren am Neujahrsfest gehaltener Vortrag im Hause meines Vaters hatte Gedanken, deren Dasein ich als längst entschwunden glaubte, mir wieder neu ins Leben gerufen. — Ich habe mit dem Herrn Prediger, meinem ehemaligen Lehrer, hierüber Rücksprache genommen. Unübersteigliche Hindernisse liegen mir bis jetzt — wegen meiner Eltem — noch im Wege. Der mosaischen Theologie habe ich rin Valet gesagt seit Ihrer Abreise. Ich habe das Studium der Medizin ergriffen und gedenke, so Gott will, »och im Laufe dieses Jahres zu promoviren..— Bin ich ftei, so weide ich meiner Ueberzeugung folgen und ein öffentliches Bekenntniß ablegen. Sie aber bitte ich, verehrter Herr, mir zu erlauben, öfter an Sie schreiben zu dürfen. — Ueber die gedachte Stelle im Matth. 8 bitte ich mir Ihre gütige Belehrung aus..... ür. 33 ... I.