Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 9-10 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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148 ihren Verdiensten zu Gericht sitzet./ Da nun an diesem Tage das Schicksal der Menschen und aller Dinge bestimmt wird, so ist nichts natürlicher, als daß man gerade diesen Tag, als einen Neujahrstag bezeichnet hat. Hat man nun kein Bedenken getragen, eine solche heidnische Ansicht dem Worte Gottes unterzuschieben und aus dem Anfang des siebenten Monats ein Neujahrsfest zu machen, so ging man noch in der Ausbildung dieser Ansicht weiter. Man lehrte: Tal. Tract. Rosch ha-Schanah: Gott habe an v'nnw onso iw?» etc. diesem ersten Tage des siebenten Monats drei Bücher aufgeschlagen, das der ganz Gerechten, das der weniger Gerechten und das der Gottlosen. Die Ersteren werden sofort zum Leben, die Letzteren sofort zum Tode verurtheilt; mit den Mittleren wartet man noch bis zum Versöhnungstag, ob sie Buße thun werden. Was nun die übrigen Gebräuche dieses Festes anbelangt, so gehören sie fast durchgehends dem römischen Heidenthum an. So verordnet das jüdische Ritual Schulchan-Aruch Orach chajim Cap. 583. „Der Mensch soll die Gewohnheit haben, daß er am Neujahrstage esse .. . Datteln ... und andere süße Speisen. Manche pflegen auch Granatäpfel zu essen und beten dabei: „O möge sich unser Verdienst mehren, wie die Körner des Granatapfels.^ „Alles dieses geschieht um der guten Vorbedeutung willen." Im M'haril wird die Ursache gelehrt, warum wir jetzt (am Neujahrstage) süße Speisen essen, nämlich, um symbolisch anzuzeigen: Gott soll über uns verhängen ein süßes Jahr. Bei dem Genüsse des Honigs soll man beten: Es sei der Wille Herr Gott, daß du sollst erneuern über uns ein süßes Jahr (.ipi.isi .1212 rotf). Im Buche Sehne Luchot Halbreth tvirb gelehrt: „Oiüina haben wohl einen Werth, (Nn^o w»'o K\i) nnd daher ist es allgemein Sitte in Deutschland, daß man zu Anfang des Mahles am ersten Abend des Neujahrs einen süßen Apfel mit Honig genießt. Dasselbe findet sich fast wörtlich bei dem römischen Neujahr.- Ovid belehrt uns in feinen Büchern, Fasti genannt, über die Ursache so mancher römischen Sitte. So fragt der Dichter den ihn belehrenden Janus nach der Ursache, daß man Datteln am Neujahrötage genießt mit den Worten: