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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 9-10 (1853) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
9-10 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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147 Lehrt doch der Talmud selbst dergleichen Konstellationen: die Sonntagsgeburten find nur in einer Tugend vollkommen, die deS Montags sind auffahrend und zornig, die des-Dienstags find reich und sinnlich, die des Mittwochs sind weise und erleuchtet, die des Donnerstags sind barmherzig und mitleidig, die.des Freitags sind eifrig in der Ausübung guter Werke und die des Sonnabends sterben bald, weil man um ihretwegen den Sabbath entweihet hat.') Von diesen und ähnlichen Ansichten begeistert, an deren positiven Wahrheiten niemand zu zweifeln wagte, nährten stch die Exulanten aus Babylon der durch die Bemühungen Esras dem Volke wieder zugänglich gemachten Heiligenschristen — und man war eifrigst bemüht, wie wir bereits oben angedeutet haben, deren Inhalt mit astrologischen Ansichten, nicht nur in Uebereinstimmung zu bringen, sondern durch sie zu erklären. Da nun das Fest des ersten des siebenten Monats in der Schrift selbst ohne nähere Ursache und näheren Zweck istso suchte der Aberwitz eine Ursache zu erfinden. Das reichhaltige Gebiet der Astrologie war auch hierbei nicht in großer Verlegenheit, irgend etwas aus seinen Rüstkammern für diesen Zweck ausfindig machen zu lassen. In den Bildern des Thierkreises, so den zwölf Monaten des Jahres entsprechen, gehört die Wage (o<3},v») dem siebenten an. Da nun die Schrift zufälliger Weise Gott in Bezug auf seine Gerechtigkeit, die Attribute der Wage und des Gewichts — „rechte Wage und Gewicht gehört Gott"* 2)—beilegt, so brachte man daS Bild der Wage im Thierkreis, das dem siebenten Monat angehört, mit der Wage Gottes, als richterliches Attribut in Verbindung, und deutete auf diese Art den Anfang des siebenten Monats als Tag des Gerichts, wo Gott über alle menschlichen Verhältnisse nach ') Tract. Sabbat, fol. 156 a. Wer'mehr über diese Materie lesen will, findet sie daselbst I. c. verzeichnet. 2) Sprüche 16, 11; vgl. Hiob 31, 6: möcht' Er mich dochwägen mit gerechter Wage. - 10*

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