Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 9-10 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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tionen, Verneigungen des Wesenhasten, das im Leben und in Gott wurzelt. Beide wurden erst dann ein nothwendiger Bestandtheil des Menschen, nachdem er von Gott abgefallen war — und werden auch daher nur so lange in ihrer starken abschreckenden Gestaltdauern, bis zur Zeit, wo des Weibes Saamen „das Haupt der Schlange zerstören wird." DaSOpferdes Pfingstfestes aus gesäuertem Brod, wurde nicht, wie jegliches andere Opfer, auf den Altar hingelegt und dargebracht, sondern der Priester webte es vor dem Herrn. Die Art und Weise des Webensdes Opfers ist der Tradition zufolge also: der Priester legte das Opfer auf seine Hände, mit denen er eine Bewegung vorwärts und rückwärts (weben), dann von unten nach oben (heben) machte. Aus dieser Angabe geht deutlich hervor, daß die priesterliche Manipulation eine bewegende war. In dieser Bewegung aber ist gleichsam die Erklärung des Sonderbaren in Darbringung des gesäuerten Brodes am Pfingstfest gegeben. Das, gesäuerte Brod als Typus und Basis des animalischen und zugleich des sündhaften Lebens soll in dem Tempel keinen Ruh ep unkt finden, nicht soll es auf den Altar hin gelegt werden; keine Ruhe und keine Rast soll ihm im Heiligthum des Herrn vergönnet sein. Nur heben und weben soll es der Priester vor dem Herrn, um so dessen Unbeständigkeit und einstige gänzliche Vernichtung durch die Erlösung anzuzeigen. Außerdem ist auch das Bild des Kreuzes unverkennbar in diesem hin und her, auf und nieder Weben symbolisch angedeutet.— Gehen wir von diesen beiden Festen zu dem Feste des siebenten Monats, dem sogenannten jüdischen Neujahrsfeste, unserem eigentlichen Thema, selbst über. Ich werde mich hierbei kürzer fassen. Wer eine genaue Zusammenstellung aller Ansichten, jüdischer sowohl als christlicher Gelehrten über dieses Thema wissen will, möge sie in den verschiedenen Schriften derselben, besonders bei Bähr (Symbolik II. S. 599 ssg.) suchen. Wir von unserem Standpunkt aus könnten uns mit keiner dieser Meinungen befreunden. Die Unbeständigkeit des Todes und her Sünde, ihr negatives Wesen, wurde durch das Heben und Weben des gesäuerten Bro-