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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 7-8 (1853) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
7-8 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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m Widerspruchs angeklagt werden. Mau sagt uys, wenn ihr glaubt, daß die Juden unter dem richterlichen Fluche Gottes sind, und daß sie aus ihrer gegenwärtigen erniedrigten Lage nicht vor der zweiten Ankunft des Messias erlöst werden können, warum handelt ihr dann so abgeschmackt, eine Gesellschaft zu bilden, damit ihnen das Evangelium gepredigt werde? Und dann sagt man uns wiever, wenn ihr glaubt, daß der Herr selbst dies Werk in seine Hand nehmen und zu seiner bestimmten Zeit sein Volk Israel erlösen wird, warum überlaßt iht es ihm denn nicht, und warum mischt ihr euch denn in das, was sein Werk ist? Unsere Gegner aber widersprechen sich selbst. Der Eine sagt uns, die Juden sind ein so sonderbares Volk, ihre Verhältnisse sind so sonderbar, ihre Lage ist so sonderbar, daß keine Gesellschaft, keine Vereinigung von Gesellschaften unter den Menschen von irgend einem wesentlichen Nutzen für sie sein kann, daher auch eure Gesellschaft zwecklos ist. Der andere aber sagt, die Juden haben nichts Besonderes — sie sind Sünder, wie andere Sünder, sie müssen bekehrt werden, wie andere Sünder — das Evangelium muß ihnen gepredigt werden, wie andern Sündern—und daher ist in keiner Weise eine Veranlassung zu eurer besondern Gesellschaft vorhanden. Nun, Mylord, es ist sehr wahr, daß diese Einwstrfe schon oft beantwortet worden sind; aber da sie unaufhörlich wiederholt werden, so müssen auch die Antworten unaufhörlich wiederholt werden. Aber wir müssen uns an die Schrift halten; und während mein hochwürdiger Bruder sprach, dachte ich über eine Stelle in dem Evangelio des heiligen Lucas nach, wo wir lesen, daß unser Herr selbst allein in die Wüste ging und betete. Und im unmittelbar darauf folgenden Verse lesen wir, daß viele Juden da saßen und seine Lehren anhöreten. „Und es saßen da die Pharisäer und Schristgelehrten, die da gekommen waren aus allen Märkten in Gäliläa und Judäa und von Jerusalem. Und die Kraft des Herrn ging von ihm und half Jedermann." (Luc. 5, 17.) Was sich meinem Gemüthe aufdrängte, Mylord, war das: In den Gebeten unsers Herrn, in seinen einsamen Gebeten, deren in der heiligen Schrift so oft Erwähnung geschieht, muß auch sein Werk unter dem Volke Israel, und der Erfolg dieses Werkes, wenigstens ein Gegenstand des

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