Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 7-8 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Tagen über Israel kam und die schon Vorbild des großen Tages Jehovahs ist, die Ausgießung des Geistes, das allgemeine Völkergericht, die Verherrlichung Zions; so bei Jes. an die Errettung aus der Affyrer Noth, indem er das Gericht über die Völker schaut, die messianische Heilszeit. Jedes Gericht, jede Errettung fällt den Propheten zusammen mit dem vollendeten Gericht, der vollendeten Zeit, deren Vorbereitungen jene sind; wie in der neutestamentlichen Weissagung Matth. 24 das Gericht über Jerusalem sich zur Anschauung des Weltgerichts erweitert. Es ist das, was man den perfpectivischen Charakter der Weissagung genannt, wie ihn Bengel in seinem Gnomon zum Mth. bestimmt. Am schönsten zeigt sich dieser Charakter im zweiten Theile des Jesaias. Der Standpunkt ist die Errettung aus dem Eril. Dieser bildet mit der Wiedereinnahme des heiligen Landes, der Anschließung aller Völker an Israels Verehrung ein großes zusammenhängendes Gemälde. 2. Weil die Weissagung in der Form der Anschauung empfangen wird, setzt sie die Verwirklichung der göttlichen Heilsideen immer in einzelne besondere Ereignisse. So ist die Mittheilung des Geistes an das Volk Gottes bei Joel als ein einziges Factum unter großartigen Naturerscheinungen geschaut; so schauen die Propheten das Gericht der Theokratie über das Volk gewöhnlich als ein Factum über einzelne vor ihren Augen stehende Völker und Weltmächte. So sieht Jes. c. 13 und 14 in Babels Gericht das Weltgericht verwirklicht und momentan vollzogen. In der Erfüllung verwirklicht sich die Idee in einer Reihe von Thatsachen; sie geht in den Prozeß einer langen Zeitentwickelung ein, aus dem einzelne Züge sich herausheben, in denen die Weissagung in besonderer Weise zur Erfüllung kommt. Dieß ist es, was man unpassend in der Weise ausdrückt: ine Weissagung habe eine drei und mehrfache Erfüllung. So faßt auch das neue Testament die alttestamentlichen Weissagungen. So sieht Petrus Apstg.2 in dem Psingstfeste allerdings dieErfüllungderJoelschenWeissagUng; aber er beschränkt die Erfüllung nicht auf jenes Factum, sondern sagt V. 39: euch gilt die Verheißung und Allen, so viele der Herr herzurufen wird. 3. Indem der Inhalt der Weissagung sich nach dem Gesagten in besondere Gestalten ausprägt, entsteht nothwendig eine Mannig-