Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 7-8 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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rüngenalswirkliche Gegenwart ju nehmen. Nach dieser. Eigenthümlichkeit der Weissagungen kommt für den. Propheten die Zeitentfernung, die . etwa in der geschichtlichen Verwirklichung des Reiches Gottes bis zur ErWung stattfinden wird, gar nicht in Betracht. Ob Jahrhunderte dazu erforderlich seien, ist für die Weissagung, gleich; vielmehr ist für den Propheten die Erfüllung 'der Weissagung in schleunigem Herbeikommen begriffen. Ob das Gesicht säumt, Hab. c. 2, 3, ist es doch auf die bestimmte Zeit; es schnauft athemlos seinem Ende entgegen und lügt nicht. Für den Propheten, dem die unsichtbare Welt geöffnet ist, sind die Weissagungen lebendige Kräfte die unaufhaltsam ihrem Ziel sich zubewegen, cf. Jes.l, 5. ff. Wenn auch in den Propheten Zeitbestimmungen Vorkommen, so sind sie doch fast nur als Ausnahme zu betrachten und auch hier wieder meist von symbolischem Charakter. So die 70 Jahre, des Jerem., die 70 Wochen des Daniel. — In einzelnen Fällen liegt es allerdings im nächsten Zweck des Auftretens eines Propheten, sich nicht im Allgemeinen auf unbestimmte Zeitmaße zu beschränken, sondern alsbaldige. Erfüllung anzukündigen. Ezech. 12, 21—28. — In der Regel ist aber die Prophetische Zeitangabe nur die allgemeine Bezeichnung der Aufeinanderfolge, wie sie in der Gruppirung der Züge der Weissagung vorliegt. Die gewöhnlichen prophetischen Zeitbestimmungen beschränken sich auf Formeln , wie hernach, jenes Tages und ähnliche. Die wichtigste Zeitbestimmung ist aber acharit hajamim. Diese bezeichnet nicht in der Folge der Zeiten, sondern, wie schon die Septuaginta richtig übersetzen: die letzten Zeiten. Es bezeichnet die Grenze , dieser Weltzeit, die gebildet wurde durch die nach dem Weltgerichte eintretende Erlösung des Volkes und Aufrichtung des messianischen Meiches. Sie bezeichnet so die Grenze des Horizonts des prophetischen Schaums. Indem nun der Prophetie der ganze Verlauf des göttlichen Reiches bis zur Vollendung in der Anschauung vorgeführt ist, gestaltet sich hier der ganze Lauf zu einem Gemälde, dessen letzten Hintergrund die Heilszeit bildet, der Vordergrund das der Heilszeit vorangehende Gericht. Von denzwischeneintretenden Zeitentfernungen verkündet die Weissagung in der Regel nichts. So schließt sich bei Joel unmittelbar all die Errettung aus der Roth, die in seinen