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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 7-8 (1853) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
7-8 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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m feit -WS Offenbartmgsgotteö in Israel selbst hingewiesen. Aus dieser Zuversicht der Pkqchetm, daß sie-, wenn sie weissagen, wirkliche Voraussagungen geben, gehen einzelne Handlungen der Propheten hervor, namentlich die Versieglungen der Weissagungen. So läßt Jesaias seine Weissagung , daß die Syrer und Ephraemiter, die Juda den sichern Untergang zu drohen scheinen, nichts ausrichten werden, nachdem er sie ausgeschrieben hat, .versiegeln, c. 8, 16. Zuweilen genügt auch das bloße Aufschreibm der Weissagung vor Zengen oder die öffentliche lAufstellung auf einer Tafel; lauter Mittel-, um es unmöglich zu machen, beim Eintritt des Geweiffagten die Weissagung abzuleugnen, ei. Jes. 8,1 Md 2. Hab. Ä, 2 Jes. 3V, 8. Jer. v. 3S, S u. 3. Indem wir aber der Weissagung den Charakter der Voraussagung zuschreiben, so liegt darin noch nicht die Behauptung der völligen Identität der Vorhersagung mit der Erfüllung. Gegen eine solche übernatürliche Ansicht von der Weissagung, die in der letzteren gleichsam das aus der Zukunft rückwärts geworfene Spiegelbild von Begebenheiten und Personen des neuen Testaments sieht, ist die Polemik sehr reich und leicht im Stande, zu zeigen, wie die Weiffa-- gungen etwa lautm müßten, wenn sie diesen ChAmkter hätten. Es könnte in der Tbat nur als eine Herabwürdigung des neuen Testaments angesehen werden, wenn man auch in denvergeistigsten Schilderungen des Messiasbildes in den alttestamentlichen Weissagungen schon den adäquaten Abdruck der Majestät dessen, in demsie sich vollendet, finden wollte. In einer solchen Beschaffenheit der Weissagung läge eine Anticipation der Vollendung der Offenbarung , welche alle geschichtliche Entwickelung derselben aufhöbe. Dieß führt auf die nähere Bestimmung der Form der Weissagung , wie sie sich aus dem über das prophetische Bewußtsein Gesagten ergiebt. 1. Da die psychische Form der Prophetie die Anschauung ist, so stellt sich alles Verkündete als unmittelbar gegenwärtig vollendet vor den Augen des Propheten dar. So ruft Jes. d, 5 im Hinblick auf den kommenden Messias aus: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Mißverständniß dieser prophetischen Redeform hat oft zu der absurden Ansicht verleitet, als seien solche Schilde- 7*

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