Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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93 bestand jedoch darauf, indem er sagte, daß er vollkommen überzeugt sei, daß Niemand den englischen Konsul und seinen Sohn auch nur im Geringsten belästigen würde, aber daß das Volk mich für den französischen Konsul hielte, daher mir leicht ein Schimpf angethan werden möchte. Verschiedene Jungen liefen uns in der Straße nach und hätten ihnen die Soldaten nicht gelegentlich einige Hiebe auf den Rücken gezählt, wir würden schwerlich unfern Weg durch sie hindurch gefunden haben. In dieser Stadt leben mehr als 3000 Juden unter den -25,000 halbwilden Mauren. Gegenwärtig sind sie ganz unzugänglich, nicht sowohl wegen ihrer eigenen Feindseligkeit als vielmehr in Folge der unfreundlichen Mauren, welche seit undenklichen Zeiten nicht zu bändigen waren und dem Kaiser von Marokko große Unruhe verursachten, bis die Engländer zur Zeit Karls des Zweiten die Stadt bombardirten und ihre Republik zerstörten. Seit der Zeit wurden sie genöthigt, sich dem Sultan von Fez zu unterwerfen. Sehr verschieden ist das Volk diesseits des Flusses. Sie, wie es scheint, mehr daran gewöhnt, Europäer zu sehen, freuen sich, nach allem Anscheine, uns, besonders die Engländer, zu sehen. Den 83. November. — Madame E—. sagte mir, daß auf Befehl des Oberrabbiners, Moses Tolidano, einige Tractate, die ich vertheilt hatte, verbrannt worden seien. Obschon ich die Unwissenheit und den Aberglauben dieses blinden Leiters von 8000 seiner Brüder in dieser volkreichen Stadt nur beklagen kann, so bin ich doch überzeugt, daß sie die Tractate gelesen haben, und daß viele Juden sie dem Rabbi nicht zum Verbrennen auslieferten. In sofern haben wir unsere Absicht erreicht, und wir alle fühlen uns zum Danke verpflichtet, daß ein Anfang gemacht worden ist. Dieser Ott würde ausgezeichnet sein zu einer Station für einen Missionar unter den Juden. Der Einfluß des Konsuls würde, wie ich nicht zweifle, dem Missionare den Weg zu jedem Hause und in jeden Winkel bahnen. Ich bin jetzt mehr denn je davon überzeugt, daß wir unter den Juden wohnen und ihnen bekannt sein müssen, wenn wir irgend einen Einfluß auf sie auszuüben wünschen oder erwarten, oder ihnen wohlthun wollen, sei es in religiöser oder moralischer Hinsicht.