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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 5-6 (1853) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
5-6 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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91 kaufte einige Bücher. Der Konsul, sein Sohn und seine Frau wohnten unserm Gespräche bet, und die letztere bemerkte gegen Herrn B—. als er nach einer Stelle in der Bibel suchte: „Dies Buch ist für ste versiegelt; keiner von euch versteht es. Wenn Sie cS verstünden, würden Sie an Christum glauben?" Als Herr B—. uns verließ, sagte er: „Kein Jude wird einen Vortheil haben, wenn er an Christum glaubt. Werden wir dann nach Jerusalem zurückkehren und unsere frühere Größe wieder erlangen und den Messias zu unserm Könige haben?" Ich antwortete ihm, daß sie ihrer Seelen Seligkeit erlangen würden, wenn sie glaubten, daß Jesus der Sohn Gottes ist, und daß ste mit einem Male von dem schweren Joche und der herabwürdigenden Unterdrückung von den Mauren befreit werden würden. Er erkannte die Wahrheit des letzten Theiles meiner Bemerkung an und sagte: „Ich meine, unsere Rabbinen sind Schuld daran, daß wir nun beinahe seit zweitausend Jahren von den Menschen so verachtet und von Gott verstoßen sind." Nachmittags ging ich aus und vertheilte einige Bücher unter die Juden. Mit Ausnahme von zwei Personen, nahmen und lasen sie dieselben mit Vergnügen. Mit einigen unterhielt ich mich über ihren Inhalt. Ich fühle mich zum Danke verpflichtet für das heutige Tagewerk unter meinen armen verbannten Brüdern, welche von der schweren und unbarmherzigen Hand der Barbaren bis in den Staub niedergedrückt werden. Den 28. Nov. — Isaak M —., Sohn des reichsten jüdischen Kaufmanns in hiesiger Stadt, besuchte mich heute. Herr Elton zeigte ihm den Weg zu meiner Stube. Bald darauf trat Madam Elton ein; sie hatte bereits mit ihm über verschiedene Punkte des Christenthums gestritten, und wünschte nun, daß ich den Gegenstand aufnehmen möchte. Anfangs rühmte er sehr seine talmudische und rabbinische Gelehrsamkeit, wozu er jedoch, wie es sich bald zeigte, gar keine Ursache hatte. Einer seiner Einwürfe dagegen, daß Jesus der Messias sei, war der, daß der Wolf und das Lamm, der Löwe und Bär nicht in Frieden bei einander leben. Madame Elton sagte ihm, daß das unter den Christen wirklich der Fall sei, aber er wollte sich damit nicht beruhigen. Ich war nun genöthigt, ihm zu

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