Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554644-2554649--01867-2557720- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 Juden auf mich'warten. Ich verkaufte einige Bücher an sie. Die kleinen, niedlichen Psalmen zogen viele Juden zu mir, und die fünf Bücher Mofes mit den Haphtaren und den messianischen Weissagungen am Ende wurden gut ausgenommen. Mit ein oder zwei Ausnahmen achten sie das Buch sehr hoch, und da sie es oft gebrauchen, so darf man vernünftiger Weise wohl hoffen, daß die Weissagungen Ueberzeugung in ihre Herzen bringen werden. Den 10. November. Ich war den ganzen Tag in meiner Stube mit Juden beschäftigt. Es kamen nicht weniger als 1000, entweder um mich aus Neugierde zu sehen und mit mir über Religion zu sprechen, oder um Bücher zu kaufen und zu betteln. Ich vertheilte 800 Traktate unter sie, und denen, von welchen ich glaubte, daß sie einen guten Gebrauch davon machen würden, gab ich Neue Testamente, den „Wahren Israeliten" und „Punian's Reise". Auch verkaufte ich einige Bibeln, Pentateuche, Haphtaren und Psalmen, und fühlte mich zum Danke verpflichtet gegen meinen Herrn und Heiland, daß er meine Schritte hieher gelenkt hat, um diesen verachteten und von den Christen so lange vernachläßigten Söhnen Abrahams die frohe Botschaft seines Evangeliums zu predigen und bekannt zu machen. Asemor hat nicht weniger als 40,000 Einwohner, unter denen 12,000 Juden sind, die in der bittersten Armuth leben. Kein einziger Christ lebt an diesem Orte. Möchte doch der Herr in Gnaden verleihen, daß von diesen Sündern Tausende sich zu ihm bekehrten, und möchte der aus diesen neuen Boden ausgestreute Saame aufgehen und hundertfältige Früchte tragen zu seiner Ehre und zum Heile ihrer unsterblichen Seelen. Der Vorrath meiner Bücher ist nun bedeutend erschöpft. Morgen gedenke ich von hier nach Casa-Blanca abzureisen und hoffe am Freitage dort einzutreffen. Den 12. November. Ich setze mich nieder, um meine aufrichtige Dankbarkeit gegen den auszusprechen, welcher verheißen hat, daß, obschon wir durch Feuer und Wasser gehen, wir doch nicht verletzt werden sollen. Gestern wurde ich mit genauer Noth vom Ertrinken errettet, als wir auf einer Fähre über einen reißenden Fluß, nicht weit von Asemor, übersetzen wollten. Als wir in das Boot