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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 5-6 (1853) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
5-6 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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86 meine Abreise, „denn, sagten sie, wenn er nur einige Tage länger hier bliebe, so würden viele Juden Christen werden." Auch theilte er mir mit, daß Viele ihre große Freude über die Tractate geäußert hätten, welche ich ihnen gab, und daß sie dieselben als einen Schatz aufbewahrten. Ich würde undankbar sein, wenn ich hier nicht der großen Güte erwähnte, die mir von Herrn Red man und seiner Familie zu Theil wurde. Er selbst, seine Brüder und der spanische Consul, der aus Gibraltar ist, begleiteten mich eine Strecke vor der Stadt, und eine Menge Juden und Mauren folgten uns ebenfalls. Beim Abschiede sprach Herr Redman die Hoffnung aus, daß, da nun ein Anfang gemacht worden sei, die Gesellschaft von Zeit zu Zeit einen Missionar nach der lang vernachlässigten Berberei senden möchte. Kurz vor meiner Abreise von Masagan hatte ich die Briefe an den hiesigen Statthalter vorausgesandt, und als wir zum Stadtthore eintraten, würde uns gesagt, daß wir unfern Weg zu dem Caid nehmen möchten; und ich muß sagen, daß, wenn ich der Gesandte selbst gewesen wäre, ich bei dem Ca'id keine bessere Aufnahme hätte finden können. Er ergriff und drückte meine Hände und begrüßte mich nach der Landessitte zu drei verschiedenen Malen. Thee und Kuchen wurden aufgetragen, und neben mir stand ein Maure mit einem Fächer in der Hand, um die Fliegen von mir abzuwehren. Auch wurde mir etwas Rosenwaffer gereicht, um meinen Kopf damit zu kühlen. Nach einer Weile verließen wir ihn, wo er mir einen seiner eigenen Soldaten anbot, der mich nach Rabat begleiten solle. Dadurch wurde mein Gemüth sehr beruhigt, besonders, da vor ganz Kurzem erst der maurische Courier zwischen dieser Stadt und Larasch, und nur der Kleider wegen, die er an hatte, ermordet wurde. Als ich den Caid verlassen hatte, wurde ich, obschon von drei Soldaten beschützt, doch von einer Anzahl maurischer Knaben, die auf mich warteten, ausgezischt und verhöhnt. „Nazrani," „Charami" und „Kaffir" waren die Namen, die sie mir entgegen riefen. Meine Soldaten riechen mir, gar keine Notiz von ihnen zu nehmen, sie selbst aber bedienten sich ihrer Peitschen, so oft sie konnten. Als ich in meiner Stube in der Karavanserei anlangte, fand ich mehrere

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