Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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•85 welche einst herrliche Kirchen gewesen sein müssen, wie auch eine elegante Kapelle mit einem zum Theil entstellten Kreuze über dem Eingänge. Die Stadt ist mit einer massiven Mauer umgeben, auf welcher Kanonen gegen die andringeyden Mauren standen, und die so breit ist, daß drei Wagen neben einander bequem fahren können. Des Consuls Haus war der Gerichtshof, unter dem stch ein Wasser« behältniß befindet, wie man sagt, das größte in der Welt, das noch das Wasser enthält, das die Portugiesen verließen, ungefähr sieben Fuß tief, und es könnte noch fünf Fuß tiefer sein. Das Wasser ist unbrauchbar und man sagt, daß kein Bot auf demselben schwimmt, sondern sogleich versinkt, wenn es darauf gebracht wird. Herr R. und dessen Sohn haben mir jede Aufmerksamkeit erzeigt und freuen stch sehr über meinen Besuch und das Werk unter den Juden. Der französische, spanische und sardinische Consul, welche den Abend bei mir verbrachten, äußerten sich in derselben Weise und sagten mir, daß die Juden ihnen verschiedene Beweisgründe mittheilten, welche ich für die Messtanität Jesu vorgebracht hätte. Herr R—. und seine College» würden stch freuen, wenn stch ein Missionar unter ihnen niederließe. Der erstere sagte: „Warum schickt man Missionare nach China, und dieser Ort, der Europa so nahe ist, wird vernachlässigt?" A sem o r. Den 9. Nov. Ich beabsichtigte heute ganz früh Masagan wieder zu verlassen, aber der Oberrabbi kam zu mir mit dem ausdrücklichen Vorsatze, wie er stch gegen den amerikanischen Consul geäußert hatte, mich in weniger als fünf Minuten zum Schweigen zu bringen und alle meine Beweisgründe zu widerlegen. Er brachte einen Rabbi aus Tiberias mit sich. Jedoch wurden sie zum Schweigen gebracht, als ich ihnen aus Jesaias 53 bewies, daß Christus nothwendig am Kreuze leiden und unsere Sünden versöhnen mußte. Der englische, amerikanische und spanische Consul nahmen Theil an der Diskussion und freuten sich außerordentlich, als sie sahen, daß der Rabbi aus Palästina überwunden wurde und bekannte, daß wir Christen Gott in Wahrheit anbeten. Sie blieben zwei Stunden bei uns, und der Rabbi aus Tiberias drückte mir beim Abschiede die Hand und wünschte mir eine angenehme und glückliche Reise. Der Consul sagte mir, daß einige der ersten Juden sehr froh wären über