Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 und machte die Juden sogleich mit meinem Zwecke bekannt. Es kamen bald einige Juden zu mir, um sich meine Bücher anzusehen, aber erschöpft aus Mangel an Schlaf und von der Anstrengung einer Reise von 12V englischen (gegen 25 deutsche) Meilen von Sassee bis hierher, konnte ich kein tieferes Gespräch mit ihnen beginnen, und da es Sonntag war, konnte ich ihnen auch keine Bücher verkaufen. Ich gab ihnen jedoch einige Traktate, und Chaim Girgy, des Consuls Dolmetscher, dem ich einen Brief von seinem Freunde I—. in Saffee mitgebracht hatte, bestand darauf, daß sie mich für heute verließen. — November 8. — Schon früh Morgens kamen Juden und kauften einige Bibeln, mehrere Haphtaren, Pentateuche und Psalmen. Sie sind hier nicht zu arm, um den bestimmten Preis dafür zahlen zu können. Das Haus wurde bald zum Erdrücken voll, so daß vielen der Zutritt nicht gestattet werden konnte. Herr Alf. Red man, der amerikanische Consul und Bruder des unsrigen, nahm an der Unterhaltung Theil, und mein Soldat trug Sorge für die Bücher und nahm das Geld dafür in Empfang, während ich mit den Juden beschäftigt war, viele ihrer grundlosen Einwürfe zu widerlegen. Auch kam ein Jude von Fez zu mir und bat mich, daß ich ihn mit nach Tanscher nehme. Ich fand ihn ganz unwissend, erklärte ihm aber einige Stellen aus dem Evangelio Johannis. Der Zweck seines Kommens zu mir ist mehr, eine Unterstützung zu erhalten, als die Wahrheit zu hören. Er war sehr getäuscht, als ich ihmeine Kleinigkeit gab und meinte, ich hätte ihm mehr geben sollen. — Herr R—. machte mich am Fenster auf die verschiedenen Gruppen aufmerksam, welche draußen saßen und die Neuen Testamente und Traktate lasen, welche ich vertheilt hatte. Masagan hat 1000 Einwohner, von denen beinahe die Hälfte Juden sind. Sie werden hier von den Mauren ebenso verachtet, wie an andern Orten. Morgen früh hoffe ich nach Asemor, einer sehr großen Stadt, drei Stunden von hier Land einwärts abzureisen. Masagan wurde vor mehf als 100 Jahren von den Portugiesen verlassen und ist seitdem in Besitz der Mauren gewesen. Es befinden sich daselbst noch zwei Gebäude in einem vernachläßigten Zustande,