Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554644-2554649--01862-2557715- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
82 zwölf Stunden gelangten wir in dieser Festung, genannt Dara-bendris, an. Der Ca'id empfing uns am Thore, umarmte Cheriff M. und berührte meine Finger, indem er dreimal wiederholte: „Baruch hababick," Gesegnet sei dein Kommen. November 7. — Am Freitag Abend kam der Ca'id von Daraben -dris zu mir in meine Stube mit einem Gefolge von fünfzig Mauren. Es wurde sogleich Thee bereitet, und Speise für zwanzig Mann hinreichend aufgetragen. Wir wuschen uns die Hände und begannen dann zu essen ohne Löffel, Messer und Gabel. Der Ca'id freute sich, mich meine Finger ebenso wie sie gebrauchen zu sehen und ergötzte sich an dem Berichte, welchen ihm Mahomed von meiner Mission an die Juden gab. Nach unserer Mahlzeit erschienen fünf Juden in meiner Stube, welche sich tief vor dem Ca'id beugten und seine Kleider, mir aber die Hand küßten." „Hier, o Nazarener," sagte er, sind die Juden; beweise ihnen, daß Jesus Ihr Prophet war, welcher unserem großen Propheten voranging." Ich muß bekennen, daß ich für einen Augenblick nicht wußte, wie ich seine Bemerkung beantworten, wie ich Christum bekennen und doch seine Gefühle und die der gegenwärtigen Muselmänner nicht verletzen sollte. Zu bekennen, daß Mahomed kein Prophet, Jesus aber Gott sei, mußte ich für die größte Gefahr für mein Leben halten. Aber mir blieb doch nichts Anderes übrig, daher raffte ich meine Kräfte zusammen und sagte: „Ca'id, Jesus, unser Herr, verheißt, uns vor seinem himmlischen Vater zu bekennen, wenn wir ihn vor Menschen bekennen. Meine Absicht bei den Juden ist die, ihnen zu beweisen, daß Jesus ihr verheißener Messias, der Sohn Gottes ist, welchen Eva in ihrem ersten Sohne geboren zu haben glaubte; und obschon ich in Ihrer Gegenwart bin, Ca'id, so bin ich doch sicher, daß Ihr gesundes Urtheil und Ihre Ansicht von der Religion Sie nöthigen wird, denjenigen zu verachten, welcher aus Furcht vor Menschen seinen Gott verleugnet. Seitdem ich unter Ihnen in diesem Lande bin, habe ich niemals gegen Mahomet gesprochen, aber ich muß Ihnen sagen, daß er kein Prophet war, und es wird mir um so angenehmer sein, wenn Sie mir erlauben, zu diesen Juden zu reden." „Sie sind ein Engländer, und ich weiß und