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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 5-6 (1853) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
5-6 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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80 lich die Hand, luden mich sogleich zu sich ein, und ich wurde wieder genöthigt, Thee zu trinken und Confect zu genießen. Sie bewunderten außerordentlich die hebräische Liturgie und waren ganz erstaunt darüber, daß die Christen so viele fromme und ausgezeichnete Gebete haben. I—. bemerkte, daß er vor einigen Jahren zu Mogador einen Missionar von unserer Gesellschaft sah, welcher ihm sagte, daß die Engländer für die Juden beten. Ich zeigte ihm nun das Gehet am Charfreitage, welches er einige Male, ganz erstaunt darüber, durchlas. Er, so wie mehrere andere Juden, welche unterdessen in die Stube getreten waren, konnten sich gar nicht erklären, warum wir für sie und die Mauren beten. Ich erklärte ihnen den Grund und zeigte ihnen das Gebot unsers Herrn zu beten, daß sein Reich komme, und verwies sie auf das Beispiel, das uns der Herr sterbend am Kreuze gegeben hat. Dies führte uns auf verschiedene Lehren des Evangeliums, woran sie großes Interesse nahmen und mir beinahe drei Stunden lang zuhörten. Dem Rabbi und mehreren anderen Juden gab ich das Neue Testament, den „wahren Israeliten" und Traktate, und verkaufte mehrere Eremplare der ganzen Bibel, der Haphtaren, des Pentateuchs und der Psalmen. Als ich aus des Rabbis Hause trat, wurde ich von einem Marokkaner in gutem Spanisch angeredet. Er ist ein Renegat aus Spanien, wegen eines politischen Verbrechensgeflüchtet und ein Atheist. Ich versuchte ihm in'S Gewissen zu reden und sagte ihm, daß er seine Abtrünnigkeit nicht mit einer noch größeren Sünde bemänteln und bedecken möchte, da nur die Thoren sprechen; „es ist kein Gott," denn es kommt ein Tag der Rechenschaft, wo es zu spät zur Buße ist. Er bat mich um Erlaubniß, mich am folgenden Tage besuchen zu dürfen. November 4. — Diesen Morgen besuchten mich Rabbi P. und sein Freund, bald folgten eine Anzahl anderer Juden. Ich verkaufte einige Schriften, vertheilte einige Neue Testamente und Tractate, und hatte wieder ein Gespräch von zwei Stunden mit ihnen, in welchem ich sie auf Jesum hinwies, als den, in welchem sie allein Erlösung finden können. Nachmittags ging ich aus, um mir den Ort zu besehen. Der

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