Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 5-6 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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74 Missionars Goldberg, wie er uns in dem Aprilheste des Jewish Intelligence vorliegt. Herr Goldberg sagt: Die Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben, sind weder wenig, noch gering. Zch wünschte, daß ich den Freunden Israels ein trmes Bild von den hiesigen Zuständen geben könnte, denn ich befürcht, daß man sich sehr falsche Begriffe davon macht. Wir Alle find gewohnt, auf die Einwohner einer Hauptstadt als auf die Erleuchteteren und besser Unterrichteten eines Volkes zu sehen. Die Hauptstadt der Türkei macht jedoch eine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel, wenigstens in Bezug auf die jüdischen Einwohner. Diese stehen weit unter der gewöhnlichen Stufe der Kenntnisse und Bildung, sind außerordentlich dem Aberglauben ergeben und sehr schwer zugänglich. Ob das die Folge davon ist, daß sie in einzelnen Abtheilungen von einander getrennt leben undnur einen geringen Theil der Bevölkerung ausmachen-, oder ob irgend eine andere Ursache dazu vorhanden ist, mag dahingestellt sein; die Thatsache kann nicht geleugnet werden, daß sie zum- Beispiel ihren Brüdern zu Saloniki weit nachstehen. Die ganze Masse der jüdischen Einwohnerschaft kann in religiöser Hinsicht in drei verschiedene Klaffen getheilt werden, von denen eine jede für den Missionar eine besondere und charakteristische Schwierigkeit darbietet. Zuerst die Unwissenden, beklagenswerth Unwissenden, welche weder hebräisch, noch jüdisch-spanisch lesen können. Das ist hier das traurige Loos Vieler von den Söhnen Abrahams, welche'Tag für Tag arbeiten und sich abmühcn für die vergänglichen Dinge, ohne von den himmlischen auch nur die geringste Kenntniß zu haben. Mit diesen über das Wohl ihrer Seele zu sprechen, ist keine leichte Sache. Sie haben so wenig Begriffe, und ihre Gemüther sind so uncultivirt, daß sie kaum die einfachste Beweisführung begreifen können, und sollten sie ja einmal verstehen, was behauptet und bewiesen wird, so werden sie von ihren starken und tiefgewurzelten Vorurtheilen verleitet, selbst den Gedanken, daß es wahr sein könnte, aus ihren-Herzen zu verbannen. Eine Berufung auf das Wort Gottes vermag bei ihnen nur wenig; sie können es ja nicht lesen;