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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 5-6 (1853) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
5-6 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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' 66 faßt den Zustand der Prophetie in strengster Passivität. Er behauptet in dem Moment des prophetischen Zustandes das völlige Aufhören der Grlbstthätsgkeit des Propheten. < Qms rerum divis: heres sit p. 10.) Der Prophet ist nach ihm ein tönendes Instrument Jehovah's, unsichtbar von ihm gerührt. Das nothwendige Verhältniß ist das Schwinden des »ns (Verstand); denn wenn das göttliche Licht aufgeht, muß das menschliche Licht untergehen. Es sei daher bloßer Schein, daß der Prophet selbst rede; in Wahrheit ruhe er; Gott bediene sich seiner Stimmwerkzeuge zur Offenbarung dessen, was er wolle. Diese Ansicht findet sich auch 6« Athenagoras und Tertulian ad Marc. 4, 22. Aber in Folge der montanistischen Streitigkeiten änderte sich allmälig die Ansicht der Kirchenlehrer, wovon die erste Spur in den Clementinen sich findet, in der Polemik gegen die ekstatische Prophetie. Die Montanisten wiesen bei ihren Anhängern eine solche Ekstase auf und nahmen sie als höchste Wirkung des heiligen Geistes in Anspruch. Jemehr aber diese montanistischen Jrrthümer sich in ein wüstes Treiben verloren, desto mehr wendeten sich die Kirchenlehrer mit Widerwillen von der bisherigen Ansicht über das prophetische Bewußtsein ab und bildeten die gerade entgegengesetzte Ansicht aus. Sehr bestimmt findet sich diese schon bei Origenes ausgesprochen: (perl archon. 2, 3) daß bei der Einwirkung des heiligen Geistes, welche die Propheten erfahren haben, der freie Wille und das Urtheil des Menschen bleiben; und das gerade sei ein Zeichen, daß der göttliche Geist walte, wenn in Folge seiner Anhauchung keine Absorbirung des menschlichen Geistes stattfinde. Von da an finden wir immer mehr das Reden mit vollkommen verständigem Bewußtsein und mit klarer Einsicht in das Vorgetragene als den specifischen Charakter des Prophetenthums im Unterschiede von heidnischen Weiffagungen angenommen. Nur in der jüdischen Theologie, z. B. bei Maimonides, finden wir eine andere Ansicht. Hier wird die Prophetie von dem mach hakodesch dadurch unterschieden, daß, während der heilige Geist so waltet, daß das volle Bewußtsein des Menschen bleibt, dagegen der prophetische Zustand darin liegt, daß die Fähigkeiten des

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