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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 3-4 (1853) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
3-4 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 und wies mir einen Sitz an zwischen ihm und seinem Gefährten. Aber kaum hatte ich ihm gesagt, wer ich fei, so stand er auf, neigte sich gegen mich und bewillkommte mich mit dem Gruße »»2.1 ira (gelobt sei, der da kommt), und sein Gefährte folgte ihm hierin nach. Als ich seinen Gruß erwiederte, ergriff er meine Hand, drückte fie und fing an, ohne sie loszulassen, mir zu erzählen, wie sehr er gewünscht hätte, mich zu sehen, — daß ich ihm mit meinem Besuche eine große Ehre erwiesen hätte, und daß er hoffe, daß unsere früheren Streitigkeiten vergessen seien, und daß wir dagegen Freunde bleiben würden, unerachtet unserer verschiedenen Meinungen in religiösen Dingen. Darauf folgten die ermüdenden morgenländischen Complimente: „Wie befinden Sie sich?" „Wir fühlten recht schmerzlich Ihre Abwesenheit." „Gott gebe, daß Sie wohl sind!" „Ich hoffe, Sie sind wohl," u. s. w. Rach einer freundlichen Unterhaltung über gewöhnliche Dinge fragte er mich, ob der Verfasser des „Rethiboth Olam" (des wahren Israeliten) von Geburt ein Jude sei. Als ich ihm sagte, daß er es nicht sei, pries er außerordentlich seine Talente wegen der Erwerbung einer solchen Kenntniß der jüdischen Lehre; aber, fügte er hinzu, er könne leicht alle seine Einwürfe gegen den Talmud beantworten. Ich bat ihn, mir einige seiner Antworten zu sagen, aber er erinnerte sich derselben nicht sogleich, und da es spät war, versprach er mir, sie mich zu einer gelegneren Zeit wissen zu lassen. Darauf begann ein Gespräch über die erste Ankunft des Messias, wie sie in dem Gesetze und den Propheten vorher verkündigt ist; aber bald sagte er wieder, er könne mir leicht alles beantworten, was ich ihn frage, aber es sei nicht „die passende Zeit." Ich. — Rabbi, ich kenne die Antworten alle sehr gut, die Sie mir geben können, denn ich habe die Bücher alle gelesen, aus denen Sie die Antworten genommen haben, die ich bis jetzt von ihnen gehört habe, und wo Sie noch einige mehr finden können. Aber ich berufe mich auf Ihr Gewissen, ob Sie nicht selbst wissen, daß sie weiter nichts als Ausflüchte und Vorwände sind, und zwar solche, deren Gebrauch in weltlichen Dingen schon höchst strafbar ist, wie viel mehr in Dingen, wo unser ewiges Wohl auf dem« Spiele steht.

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