Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 3-4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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89 sagte seinem Vater: „Jetzt verstehe ich englisch und kann dieBibel selbst lesen und verstehen; ich hoffe, du wirst nichts dagegen einzuwenden haben, daß ich die Propheten lese." Der Vater antwortete nur mit dem Fluche: „Ochrus" (verstumme) und ging davon. Darauf nahmen wir unser Gespräch wieder auf und setzten es mehrere Stunden fort. Möge es Gott segnen zum Heile ihrer unsterblichen Seelen. Während der übrigen Tage des Festes wurde ich täglich von Juden besucht, und konnte daher selbst nur einige Europäische Juden besuchen. Der Vorfall zwischen dem Knaben und seinem Vater zeigt wiederum so recht deutlich einmal, wie das jugendliche Gemüth für die Wahrheit des Wortes Gottes empfänglich und zugänglich ist, dann aber auch, wie die Sinne desjenigen, der in Vorurtheilen und Aberglauben ausgewachsen, dermaßen verfinstert und verblendet werden, daß er nicht mehr im Stande ist, die deutlichsten Aussprüche der Schrift zu verstehen, und wie er sich sogar in seiner Verblendung dazu verleiten lassen kann, seinem eignen Kinde zu fluchen, wenn es Ln seiner Einfalt das Wort Gottes glaubt und bekennt. Kein Wunder daher, daß Feindschaft sich zeigte, und Widerspruch erhob gegen die Missionsschule in Cairo, in der das Wort Gottes gelesen wird, zumal wenn das irdische Interesse dazu kommt, wie dies ja überall der Fall ist. Doch die Wahrheit siegt und muß siegen. Davon giebt uns Herr Lauria einen Beweis in einem spätem Briefe. Er schreibt unterm 2. December: Ich habe Sie schon vor längerer Zeit davon benachrichtigt, wie der Rabbiner sich in Schwierigkeiten verwickelt hatte, wegen seiner Opposition gegen unsere Schule, und wegen seiner Verfolgung der Eltern meiner Schüler. Der Hauptanstifter dieser Verfolgung war der jüdische Lehrer L—., welcher guten Grund hatte, mit Besorgniß auf den Fortgang unserer Schule zu sehen. Der Rabbi versicherte die Juden, daß alle, welche er ercommunicirt habe, sehr bald von irgend einem furchtbaren Unglück heimgesucht werden würden; Gott aber hat es anders beschlossen. Drei von den Äufhetzern starben, ein anderer fiel von einer Terrasse und brach ein Bein, der Schulmeister verlor gänzlich sein Gesicht und liegt jetzt in einem Hospitale fast ohne alle Hoffnung auf Genesung. Ich will damit nicht sagen, daß sie deswegen