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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 3-4 (1853) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
3-4 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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88 was sie zu dieser Tageszeit hier machten, zeigten sie auf dM Mstere Gemach hin und sagten, daß sie Kranke hergebracht hätten, damit sie am Grabe Rabbi Moses geheilt würden. Ich trat in dasselbe ein und erblickte bei dem matten Lichte einer Lampe zwei Frauen, von denen die eine im Sterben lag, auf einer Decke an der Stelle hingebreitet, wo der Leichnam Maimonides einige Tage stand. Ich ermahnte die Frauen, die Kranken aus dem traurigen, engen und feuchten Raume fortzuschaffen, wo auch der stärkste Mann umkommen müsse, und riech ihnen, lieber auf Gott zu vertrauen, als auf einen tobten Menschen, und sich der Mittel zu bedienen, welche uns zur Heilung gegeben sind. Ich sagte ihnen, daß Maimonides selbst Arzt war und denen Medicin verordnete, welche seine Hülfe suchten, daß aber in allen seinen Schriften sich nicht ein Wort von solchem Aberglauben fände, dem sie sich ergeben hatten; ja wir finden, daß gerade er solchen Aberglauben mehr als irgend ein anderer Rabbi verdammt. Aber die einzige Antwort, die ich erhielt, war: „Gott vergebe Ahnen!" Mein Gespräch mit ihnen hatte mehrere von den schlafenden Juden aufgeweckt, mit denen ich nun eine lange Unterredung von dem hatte, durch dessen Wunden wir heil geworden sind. Am 28., dem ersten Tage des Laubhütten- Festes, besuchte ich R.; ich fand zwei andere Juden bei ihm, welche sogleich mit mir über die Ankunft des Messias zu disputiren anfingen. Dann traten zwei andere ein, einer von ihnen wohl bewandert in der jüdischen Lehre, und nahmen Theil an unserem Gespräche. Da sie behaupteten, daß das Werk des Messias kein anderes sei, als das Reich Israels wieder herzustellen, so lief einer meiner Schulknaben, welcher zugegen war, und holte eine hebräische Bibel, und sagte mir auf englisch-:,„Nun, zeigen Sie ihnen doch Jesaias 53, da werden sie die Leiden des Messias vorhergesagt finden." Während er dies sagte, öffnete er die Bibel, fand das Kapitel und fügte dann hinzu: „Zeigen Sie ihnen dies, ich will hören, welche Antwort sie geben werden," Der Vater dieses talentvollen Knaben, obschon er nicht verstand, was sein Sohn zu mir sagte, bemerkte doch, was er that, und daher fragte er mich m einem unwilligen Tone: „Ist es das, was Hie in der Schule lehren?" Der Knabe aber wartete nicht, bis ich antwortete, sondern

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