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Dibre Emeth · 1853-01-01 · 3-4 (1853) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
3-4 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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84 beweisen. Daraus zog ich meine Bibel aus der Tasche und las das erste Kapitel Jesaias laut vor, als ich aber zum zehnten Verse kam, wurde er sehr heftig und sagte mir: „Gehen und lesen Sie diese Stelle Ihren Epikvräern vor." Es gelang mir jedoch ihn zu beruhigen, wo ich ihm dann sagte, daß, obgleich die Juden hier nicht ganz so schlecht sind, wie die Einwohner zu Sodom und Gomorrah waren, sie doch in moralischer Hinsicht nicht weit davon entfernt sind. „Ich bin, sagte ich ihm, während meines kurzen Aufenthaltes unter Euch in der That tief erschüttert worden, als ich von der furchtbaren Ausdehnung Eurer Sittenlosigkeit an diesem Orte hörte; ich glaubte niemals, daß Ihr Euch als Juden einer so großen Unmoralität schuldig machen könntet." Er wich jeder bestimmten Antwort aus und war froh, als ich von einem andern Juden aufgefordert wurde, andere Einwürfe zu beantworten. So Gott will, beabsichtige ich morgen von hier nach Saffee abzureisen und hoffe meinen Weg zu Lande bis Tanscherzu finden. Möge der Herr Jesus mir einen Schutzengel senden, damit er mich auf dem Wege vor allem Uebel behüte. Saffee, den 3. November. Gestern Abend gelangte ich, Gott sei Dank, ganz wohl obschon sehr ermüdet hier an. Ich verließ Mogador am Montag Morgen, wurde zwei Stunden Weges von dem holländischen Consul, seinem Sohne und seinem Secretaire, Herrn L—. und Herrn C—. begleitet, reiste Hann an diesem Tage bis es ganz finster wurde, brach zwei Stunden nach Mitternacht wieder auf und erreichte diesen Ort gestern Abend um sechs Uhr. Die Reise wurde durch die Schönheit der Gegend erträglich gemacht, obschon die Luft außerordentlich schwül und drückend war. Die Natur schien völlig zu ruhen, kein Blatt bewegte sich, kein Lüftchen wehte dem vom Schweiß triefenden Wanderer eine Erquickung zu, Todesstille breitete sich über die imposante Landschaft aus, von jedem Laute konnte-man aus den lustigen Klüften das Echo vernehmen , und dazu noch die verschiedenen Ruinen römischer Burgen in dem dunklen Gemälde um mich herum, da viele Stunden Weges beim Mondlicht zurückgelegt wurden. Chens oder Prinz Mahomed, mein Begleiter, welcher nach dem tyrannischen Gesetze dieses Landes dem Caid für

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