Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 3-4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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SL dem Kopfe tragen, außer ein besonderes schwarzes Käppchen, das bezeichnte Merkmal des Sohnes der Sklaverei. Er muß dem gemeinsten Mauren, wenn er mit ihm spricht, mit „Jas-side," mein Herr, anreden. Wenn er dem Kaiser seinen jährlichen Tribut zahlt, so wird von dem Soldaten, welcher bei dem Gouverneur den Dienst hat, mit einem Schlage auf seinen Hinterkopf die Frage an ihn gerichtet: „Sage, bist du nicht der Sklave des Sultans?" Die Antwort muß lauten: „Ja, mein Herr, ich bin es." Man sollte meinen, daß ein Volk, das von allen verachtet und niedergedrückt wird, in brüderlicher Liebe mit einander leben werde; aber nein, sie sind vielmehr in viele Partheien zerspalten, von denen jede die Oberhand über die andere zu erlangen strebt, — daher ihre Schwäche. Das sind für den Christen hinlängliche Beweise, daß der Allmächtige von ihnen gewichen ist, und sie dahin gegeben hat in die Macht ihrer Feinde, weil sie gesündigt und seinen Bund übertreten haben. Daß sie das nicht beherzigen, noch nach der Ursache ihrer langen und furchtbaren Gefangenschaft ftagen, ist ein schauerlicher, aber ach! auch ein wahrer Beweis von der Verkehrtheit des menschlichen Herzens und seiner gänzlichen Unfähigkeit, über sein Elend nachzudenken und dasselbe zu fühlen ohne den heiligenden und heiligen Einfluß der Gnade Gottes. Wie lange willst du, Israel, schlafen und den Herrn der Herrlichkeit verwerfen? Als ich vor einer der fünfzehn Synagogen vorbeiging, welche hier zugleich auch als Schulstuben dienen, trat ich hinein und fand gegen 40 Kinder auf dem Boden gelagert und einen alten Mann bei ihnen, welcher einen Theil der Morgengebete mit ihnen wiederholte. Der Geruch war mir unerträglich, und ich mußte eilen in die frische Luft zu kommen, nachdem ich einige Worte von dem Heile des Evangeliums att den Lehrer gerichtet und ihn eingeladen hatte, mich in meiner Wohnung zu besuchen, und sich meine Bücher anzusehen. Als ich aus der Synagoge kam, wurde ich von nahe an 50 Juden umgeben, Männern, Frauen und Kindern, welche um Almosen baten. Einige blinde Männer und Frauen konnte ich nicht zurückweiseN, aber ich wurde von hundert Andern so gedrängt, daß sie mich beinahe zerrissen, Md ich mich nur mü der größten Mühe durch 4*