Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 3-4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554644-2554648--01828-2557680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rabat 1× ep/1045497
OCR text
49 über die Mission unter denselben. Zn Ende des vorigen JahreS machte der Missionar Markheim eine längere Reise an der Nordküste von Marokko von Mogador bis nach Tanger oder Tanscher, eine Strecke von 500 englischen, oder mehr als 10Vdeutschen Meilen, und besuchte auf dieser Reise die Städte: Saffee, Masagan, Asemor, Casablanka, Rabat, Sall.ee, Barasch und Arsele. Sein Bericht, den er von dieser Reise giebt, liegt zum Theil vor uns in dem Jewish Intelligence, und wir können es uns nicht versagen, einige Auszüge zu machen und sie hier mitzutheilen, indem wir überzeugt sind, daß sie mit Theilnahme und großem Interesse werden gelesen werden. Herr Markheim schreibt: Mogador, den LS. October. Ich verließ Gibraltar am 14. v. M. und gelangte heute glücklich hier an, dankbar gegen den, der mächtiger ist, als die ungestümen Wellen, für den Schutz, den er mir angedeihen ließ. Möge mir der Herr Jesus steien Zutritt geben zu meinen Brüdern an diesem Orte, und Gnade verleihen, daß sie williglich hören und aufnehmen die Botschaft des Friedens, welche ich ihnen bringe, zu ihrem gegenwärtigen Helle und ihrer künftigen Seligkeit. Sobald wir von dem Quarantaine-Amte „Pratique" (Erlaubniß) erhielten, stieg ich aus. Der Wind, welcher aus Nord-Ost kam, drohte unser langes Bot mehr als ein Mal umzustürzen; aber nachdem sechs Mann ein und eine halbe Stunde aus allen Kräften gerudert hatten, gelang es uns, einen Landungsplatz zu erreichen, jedoch naß bis auf die Haut. Wir wurden sogleich, ohne Umstände zu machen, von einem Soldaten vor den Caid gebracht, welcher in schneeweißen Kleidern an der Thür saß. Rach einigen Fragen in Bezug auf die Empfehlungen, welche wir mit uns gebracht hätten, winkte er mit der Hand zum Zeichen, daß wir gehen könnten. Ich begab mich nun zu unserem Bice-Consul mit meinem Empfehlungsschreiben, der mir eine Wohnung in dem Hause seines Dolmetschers, eines Juden, verschaffte, wo ich mich sogleich fast übermüdet zur Ruhe begab. October 83. Nur mit großer Mühe konnte ich meine Sachen und Bücher erhalten, so daß der Tag verging ohne das Geringste in meinem Berufe thun zu können. October 84. — (Sonntag.) Es kamen einige Juden zu mir, 4