Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 3-4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 getreuer MdWchre«PetichtLberden Zustand der Jsmelitemin einigen Gegenden: des großen ftanzöfischenLandes. Eis aß ist nebstLothriugen diejenige Provinz, m der: am Meisten Juden! wohnen, i JmElsaß woh^- nen zwischen I47—SSOVVJsraeliten. Leider ist wenig von geistiger Regsamkeit derselben zu sagen,• und noch: weniger von eigentlichem geistlich«» Leben. .Frühergab es einzelne Ortewie Hagenau, Zabern, Winzenheim und etliche Andere-in;denen rabbinische Wissenschaft emstg bettieben .wurde; allein davon sind wenig Spmhn mehr vorhanden. ,t Das GÄreibe irdischer. Thätigkeit und Betriebsamkeit; hat meist allegeistige Interessen verschlungen.' Zwar j giebt es noch eine -AnKchl Männer, die am alten rabbinischm JudenthM festhaltm; allem die wenigsten besitzen eine .eigeottichertalmudifchel.'WK)Mg, und deßhalb ist nicht selten chre Otthodödie'eim -leideNschastÜche fanatische, Me sehrder wahren und ernsten Gottesfurcht undBilligkeit gegen ändÄs Denkende ermangelt, wirrste fichrzuweilen VeüwirklichrabbinischGebildetenund frommen Jsraelitenfindet. -Obgleichdie Juden völlig emanzipirt sind,, so sind sie im Elsaß doch m eisten s noch dem alten Handel und Schacher ergebem Daufindet sich-ei« wunderlicher Widerspruch. Im Allgemeinenwerdenidieelsassischest Juden von ihren nicht jüdischen: Mitbürgern weder; geliebt »och geachtet, und dennoch haben sie auf dem. Lande allen Handel in ihren Händen. Weder das geringste, noch bedeutendste Geschäft, wird abgeschlossen ohne die Vermittelung eines Juden. Wan sollte denken, es Müßten dieLsraeliten des. Elsasses im Ganzem «n Wohlstand sich; befinden; allein auch das-ist: nichtider Fall. Ist jedem größern Orte giebtes Mnzelne, die matt reich nennen kann, die Mehrzahl der -Israeliten aber ist arm, und Viele sind leider sehr Mm. 'DieseMüssen sich sehr plagen, um sich und die Ihrige» M ernähren und haben dabei noch manche Unbill und Schmach zu erdulden, woran diejenigen von den Reichen eigentlich Schuld sind, welche sich durch schändlichen Wucher großes Vermögen gesammelt haben. Ein anderer Uehelstand ist der, daß die JskäeRest in sehr vielen Ortest Zerstreut wö^ntst und daher nur. kleine Gemeinden bilden. Diesen mangelt es an guten Schulen, denn nur in: de» Orten, in denen sich größere Gemeinden befinden, fmd Schulendie yonderGesammtgemeistemnterstützt werden müssen.