Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 3-4 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554644-2554648--01815-2557667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 Noch als Jüngling erhält er nach Kap. 1 den prophetischen Bemf mit -er Erklärung, daß er, noch ehe er im Mutterleibe gebildet war, zum Propheten erkoren sei. Trotz seiner Weigerung, den göttlichen Ruf seiner Unwürdigkeit wegen anzunehmen, wird er zum Propheten geweiht, und der göttliche Beistand verheißen. Dessen getröstet er sich in der Trübsal, die ihn in der Führung seines prophetischen Amtes trifft. Kap. SV, 7 spricht er nachdrücklich: „ Du hast mich beredet- Jehovah, und ich ließ mich bereden; du hast mich überwältigt und es durchgesetzt." Cf. 17,16: „Ich habe mich nicht weggedrängt, um nicht Hirt zu sein hinter dir her und den Unglückstäg Hab'ich nicht gewünscht, du weißt es." — Wie es deshalb dem Propheten eine schwere Gewiffenssache ist, diesem Berufe nachzukommen, schildert besonders ergreifend Ezech. 33, welches Kapitel über die Pflichten eines Propheten handelt; so B. 7—9: „Du Nun Menschensohn, als Wächter Hab' ich dich gesetzt dem Hause Israels, daß du das Wort aus meinem Munde hörest und sie warnest von meinetwegen. Wenn ich spreche zu dem Frevler: Frevler, sterben mußt du, und du redest nicht, den Frevler zu warnen von seinem Wege, so stirbt selbiger Frevler durch seine Mffethat, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. So du aber den Frevler gewamt hast vor seinem Wege, daß er sich davon kehre, er aber kehret sich nicht von seinem Wege, so stirbt selbiger durch seine Miffethat, du aber hast deine Seele gerettet." Cf. 3, 16—31. Aus dem Bisherigen ergiebt sich, daß für den Propheten das göMche Wort im Unterschiede vom menschlichen Worte ein objektives ist, dem eine göttliche Kraft inwohnt; — so Zer. 23,28—32. „Der Prophet, der Träume hat, erzähle Träume; und der meine Worte hat, rede meine Worte nach der Wahrheit. Was soll das Stroh bei dem Korne, spricht Jehovah. Ist nicht mein Wort wie Feuer, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert. Darum steh , ich will an die Propheten, spricht Jehovah, die meine Worte stehlen Einer dem Andern. Sieh ich will an die Propheten, die ihre Zunge nehmen und sprechen: Gottesspruch. Sieh ich will an die, so lügenhafte Träume prophezeim, und ste erzählen und mein Volk irre führen mit ihren Lügen und mit ihrer Prahlerei, so ich sie doch nicht gesandt-