Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 2 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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26 ganz in Uebereinstimmung mit der Nachricht, welche uns im Sohar sowohl von seinem Wohnorte, als auch von seiner Lebensweise während der 40 Jahre gegeben wird, in welchen er den Hauptinhalt des berühmten kabbalistischen Buches, das so reich an Bruchstücken der alten ursprünglichen jüdischen Theologie ist, verfaßte, oder vielmehr demselben Ausdruck verlieh. Am Abende besuchte uns der gegenwärtige Chasan (Kantor) und sein Cousin, den wir in Liberias gesehen hatten, in Begleitung mehrerer jungen Männer. Mit den ersteren sprachen wir zunächst über ihre Geschichte, gegenwärtige Lage und Beschäftigung, wobei wir erfuhren, daß sie ihr eigenes Besitzthum hier in dem Lande ihrer Väter haben, das sie niemals verließen, selbst nicht zur Zeit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer. Wir hatten dann eine sehr günstige Gelegenheit, diesen einfachen, offenherzigen und verständigen jüdischen Bauern den ganzen Plan Gottes zur Erlösung und Versöhnung des Menschen vorzulegen, wie er im Alten Testamente vorher verkündigt und verheißen, im Neuen aber noch vollkommner geoffenbaret und erfüllt worden ist. Anfangs unterhielten wir uns im Hebräischen, das sie sehr fertig sprachen, aber dann im Arabischen, mit dem sie noch vertrauter waren. Sie baten um hebräische Bibeln, und wir versprachen ihnen solche zu senden, wie auch Neue Testamente. Die Belehrung, die wir von ihnen erhielten, war besonders interessant, da daraus hervorgeht, nicht allein, daß sie wirkliche Ackerbauer und Eigenthümer der Felder sind, welche sie bebauen, sondern auch, daß auch ihre Vorfahren vor und nach der Zerstreuung durch die Römer solche gewesen sind, und daß sie seit dem bis auf die gegenwärtige Zeit in jenen Theilen solche geblieben sind. Dieser ihr überlieferter Glaube wird vollkommen dadurch bestätigt, daß sie keine andere, als die hebräische Sprache sprechen, ausgenommen die arabische, wie sie in jenem Theile des Landes und von ihren Drusischen Nachbarn gesprochen wird, wie auch dadurch, daß sie noch in dem Besitze ihrer vorväterlichen Weinberge und Aecker sind. Ihre Zahl (ungefähr 40 Familien) ist vielleicht zu klein, um eine wirkliche Station daselbst zu begründen, sie wird aber ein