Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1853-01-01 · 1 (1853) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
9 (1853)
Issue
1 (1853)
Date
1853-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554644-2554646--01790-2557640
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

13 Vermögen hat, so wird ihm Alles was er hat, weggenommcn. Ihr Anzug besteht aus einem groben Hemde, und einem langen ym« (einem Kleide mit Troddeln — Luther übersetzt Läpplein — siehe 4. Buch Mos. 15, 38), und einige tragen nur das letztere, das sie niemals waschen. Sie dürfen auf keinem Pferde oder Maulthiere reiten, und in Gegenwart eines Muselmanns nicht einmal auf einem Esel. Daher dürfen sie in der Stadt keinen Esel besteigen und wenn sie auf der Reise sind, so müssen sie sogleich absteigen, sobald sie einem Mahometaner begegnen, sie dürfen ihm auch nicht zu seiner Rechten ausweichen. Man sagt, daß der Jman vergangenes Jahr, als er kein Geld hatte, seine Soldaten zu bezahlen, diesen die Crlaubniß gab, die Juden zu plündern und sich so bezahlt zu machen. Da nur sehr wenige von den Soldaten so viel Verstand hatten, die Büchxr der Juden ganz zu erhalten und sie dann an ihre Eigenthümer wieder zu verkaufen, so wurden siefast alle vernichtet. Aus diesem Grunde ist vor Kurzem ein großes Verlangen nach Bibeln unter ihnen gewesen. Von den Juden zu Sana sagt man, daß sie im Allgemeinen sehr streng sind und unter sich sehr gelehrte Männer haben. Ihr Lieblingsbuch nächst der Bibel (wenn nicht gleich der Bibel) ist der Sohar. Sie sind größten Theils Handwerker, als Zimmerleute, Maurer, Grobschmiede rc., und nur wenige von ihnen sind auch Geldwechsler im Kleinen, aber diese sind stets in Gefahr beraubt und verrathen zu werden. Daher haben sie,die Gewohnheit, eine geringe Summe von einem Mahometaner zu borgen, gleichviel, ob sie dieselbe nöthig haben oder nicht, welcher dann einen Theil des Profits erhält und sie beschützt. Die Wohlfeilheit der Lebensbedürfnisse scheint der Grund zu sein, welcher die Jüden veranlaßt, in diesem ungastfreundlichen Lande zu bleiben." Misfiorrsnachrichten. Egypten. Diesen Mittheilungen über die Juden in Jemen lassen wir eine Nachricht von dem Missionsprediger Laurio in Cairo über seine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.