Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 1 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3 Wir können nicht umhin, unser Blatt allen Freunden des Reiches Gottes, besonders aber den Freunden Israels-recht dringend ans Herz zu legen. Das Werk, dem es dient, die Mission unter dem Volke Israel, ist von der allergrößesten Wichtigkeit, und wird täglich wichtiger. Leider aber wird dies von sehr vielen, sonst recht wackeren Christen nicht erkannt, und zwar darum nicht, weil sie mit der Sache nicht bekannt sind; unser Blatt soll ihnen nun Gelegenheit geben, sich damit bekannt zu machen. Wie wir erst vor kurzem Gelegenheit hatten, uns wieder von neuem gründlich davon zu überzeugen, sind die Juden zum großen, wir möchten fast sagen zum größten Theil auf dem Standpunkte angelangt, wo sie sich entscheiden müssen, auf welche Seite sie treten wollen, ob zum Chrißenthume oder zum völligen Unglauben. Das fühlen, ja das erkennen auch viele von ihnen sehr wohl, sie sind sich sehr klar und bestimmt bewußt, daß sich das Judenthum nicht mehr lange halten kann, und daß ihnen nichts Anderes übrig bleiben wird, als zum Christenthume überzutreten. Daher warten sie auch nur auf einen Anstoß von Außen, und wünschen ihn herbei, damit sie einen Vorwand zu diesem Schritte haben. Welch eine Veränderung unter den Juden seit wenigen Jahren überhaupt stattgefunden hat, ist fast unglaublich, und derjenige, welcher keine Gelegenheit hat, sich mit den Zuständen des neuem Judenthums bekannt zu machen, kann sich auch unmöglich einen richtigen Begriff davon machen. Schreiber dieses, der seit 25 Jahren mit den Juden in sehr innigem Verkehr gestanden, und die Vorgänge im Judenthume genau beobachtet hat, seit einigen Jahren aber weniger Gelegenheit dazu hatte, würde es selbst kaum geglaubt haben, wenn er sich vor Kurzem nicht mit Augen und Ohren davon überzeugt hätte. Wie noth thut cs daher, die Juden mit der Wahrheit des -Evangeliums bekannt zu machen, und sie auf den rechten Weg des Heils zu leiten; ja es ist dies die heiligste Pflicht eines jeden gläubigen Christen, nicht blos die allgemeine barmherzige Bruderliebe, sondern auch die Dankbarkeit fordert ihn dazu auf; denn unser Heil kommt von den Juden, und Israel soll und muß noch einmal zum Segen für die Welt werden; es ist dies eine 1*