Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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194 mir nach der Karavanserei, denen ich Bibeln verkaufte und einige Exemplare des „Wahren Israeliten" gab. Am Abend machten wir uns auf den Weg von Demawend nach Kasbin; diese Stadt erreichten wir Sonnabend, den 24. April, gegen Mittag, nachdem wir eine Entfernung von 52 Stunden in weniger als drei Tagen zurück gelegt hatten. Bon hier aus beabsichtigte ich meine Reise nach dem nördlichen Persien und nach Kurdistan fortzusetzen, aber da sowohl mein jüdischer als auch christlicher Bedienter gefährlich am Fieber erkrankt waren, und die Anstrengungen der starken Märsche während der letzten Woche auch meine Kraft gebrochen hatten, so hielt ich es für das Beste über Ham ad an zurück zu kehren, wo ich gut bekannt bin und im Fall der Roth Hülfe und Beistand finden konnte. Mit Sonnenuntergang am 26. machte ich mich mit meinen ' beiden kranken Begleitern auf den Weg; die Ruhe von zwei Tagen hatte meine Kraft und meinen Muth wieder hergestellt. Wir reisten gewöhnlich des Nachts und ruhten am Tage; da ich aber kochen und für meine kranke Bedienung Wasser holen mußte, so fand ich selten Zeit zum Schlafen, und als wir am 2. Mai Hamadan erreichten, so hatte ich kaum mehr Kraft zum Sitzen oder Stehen. Chacham E —. und viele andere Juden bewillkommten mich außerordentlich herzlich. Ich verbrachte die längste Zeit in dem Hause des Mullahs und sah mehrere Personen, welche nicht ohne Nutzen für ihre Seele das verkündigte Evangelium gehört und die ihnen gegebenen Bücher gelesen hatten. Das größte Hinderniß für sie ist das, daß sie ihre Ueberzeugungen von der Wahrheit nicht aussprechen dürfen, ohne sich den heftigen Verfolgungen oder gar den Gefahren des Todes auszusetzen. Wir dürfen jedoch nicht verzweifeln, denn der, welcher in Gnaden sein Wort in die Seelen dieser Verlornen hat dringen lassen, wird auch den Weg bahnen zum Bekenntniße des gekreuzigten Heilandes. Ich fand die Luft in Hamadan zu drückend und feucht, um meinen Aufenthalt dort zu verlängern; daher traf ich Vorbereitungen, am 4. des Abends von hier wieder abzureisen. Mein christlicher Bedienter war wieder in der Genesung, aber Gomtob war