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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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193 einen gegeben hat. Zwei von ihnen waren ganz bereit, ihre Familie und Freunde zu verlassen und mich zu begleiten, ein Anerbieten, welches ich ablehnen mußte. Ehe wir uns trennten, drückten sie den Wunsch aus, mich beten zu hören, und aus mein Gesuch knieten sie alle nieder nnd vereinigten sich mit mir in großer Andacht zu dem dreieinigen Jehovah zu beten. Ich glaube, das war das erste christliche Preis- und Dankopfer, das an diesem entfernten Orte jemals dargebracht worden ist, und ol daß doch bald jedes Geheimniß der Sünde und Gottlosigkeit hinweg gethan werden möchte, und diese befleckten und geschändeten Oerter, wo Selbstbetrug und Jrrthum angebetet werden, zu Tempeln dem Gotte Jakobs geweiht werden möchten. Meine jüdischen Freunde versicherten mich höchst feierlich, daß sie täglich in dem Namen und durch den Namen Christi beten, und das Neue Testament, das ich ihnen gegeben hatte, lesen wollten. Möge der Herr sie in ihrem Entschlüsse stärken und ihnen Gnade verleihen, darin zu verharren. Den 81. April. — Des Morgens früh ging ich in die größte der beiden Synagogen. Das Gerücht, von meiner Absicht, zu predigen, hatte alle zu dem Orte der Anbetung hingezogen, so daß kein leeres Plätzchen zu sehen war. Der Mullah, ein freundlicher und guter Mann, machte Einwendungen gegen einen förmlichen Vortrag, aber er lud mich ein auf die Rednerbühne und sagte höfllich zu mir: „Wenn sie sich niedersetzen, so können Sie reden so lange, als Sie es für gut halten." Ich willfahrte seiner Bitte, und indem ich mich wie alle andern auf meine gekreuzten Beine setzte, machte ich die düstern Wände dieser Synagoge zum ersten Male von dem Namen Christi und den Lehren des Evangeliums widerhallen. Meine Stellung verringerte nicht im Geringsten die Wirkung meiner Rede, noch verleitete sie irgend einen, mich zu unterbrechen. Am Schluffe bemerkte einer, daß die rabbinische Erklärung nothwendig sei, um die Bibel zu verstehen. Ich zeigte ihnen mit einigen Beispielen, daß die Chachamim und ihre Erklärungen, anstatt das Gemüth auf die Erlangung der Wahrheit zu richten, die Gedanken verwirren und von der wahren Quelle des Lichts und des Lebens absühren. Ich vertheilte einige Traktate und Evangelien, und viele Juden folgten

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