Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS Kaufleute in Bagdad, welche drei Frauen haben, und viele Rabbiner, welche zwei und gelegentlich auch drei Frauen haben). Ich ging sogleich dorthin, wo ich die meisten Juden in einer großen Stube versammelt fand, die Mischna und den Sohar lesend und an der Gastfreundschaft ihres trauernden Wirthes Theil nehmend. Es machte keine Schwierigkeit, das Christenthum sogleich als Gegenstand des Gesprächs einzuführen, da die meisten von ihnen begierig waren zu hören, was ich von der Ankunft des Messias, von der Erlösung und von der endlichen Seligkeit unsers Geschlechts hielt. Von Christo hatten sie nie etwas gehört und waren daher nicht wenig erstaunt zu finden, daß die Lehre einer künftigen Erlösung durch die Leiden und den Tod des Messias gleich einem hell scheinenden Lichte die Blätter der heiligen Schrift erleuchtet. Der Mullah bemerkte, daß die Rabbinen ähnliche Ansichten hätten, aber als ich ftagte, wer derjenige sei, durch dessen rechtfertigendes Verdienst wir allein selig werden können, so merkte er wohl, daß es keine andere Wahl gebe, als die Annahme, daß Jesus der Christ sei. Ich befreite ihn aus diesem quälenden Labyrinthe, indem^ich bewies, daß in der Bibel nur ein Messias verheißen sei, und daß derselbe nach Daniel 9, 26 die Sünder versöhnen uud in Uebereinstimmung mit demselben Propheten (7, 13) auch regieren solle. Mehrere von ihnen notirten sich Alles, was ich sagte, und nachdem ich ihnen einige Traktate zurück gelassen hatte, ging ich fort. Auf meinem Heimwege nach der Karavanserei luden mich sechs Personen in ihren Garten ein, nahe an dem Judenviertel. Ich nahm die Einladung an, und während sie in den wenigen Exemplaren des Evangeliums lasen, die ich bei mir hatte, schlief ich auf dem Grase liegend ein und genoß eine Stunde lang eine erfrischende Ruhe. Spät am Abend besuchten mich vier nahe mit einander verwandte Juden. Sie waren wie die meisten ihrer Brüder unwissend und ungebildet, aber gelehrig und bereit, unterrichtet zu werden. Ich hatte eine längere Unterredung mit ihnen über die Heiligkeit Gottes, die Sündhaftigkeit des Menschen und die Nothwendigkeit eines solchen Erlösers, wie die unendliche Barmherzigkeit uns in dem Evangelio