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Dibre Emeth · 1852-01-01 · 10-12 (1852) · page 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
8 (1852)
Issue
10-12 (1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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191 haben würde, bevor er den schäumenden Waldstrom erreichte, welcher unten in der tiefen Bergschlucht über ein unebenes Bett hinweg rollte. Es war höchst bewundernswerth, die abgematteten Thiere sich an den Seiten der fürchterlichsten Abgründe hinbewegen zu sehen, und in der That konnte Nichts als das Gefühl ihrer Gefahr, ihren Schritten solche Festigkeit und ihren Füßen solche Sicherheit geben. In der Nacht vom 19. zum 80. April schliefen wir in einer verfallenen Karavanserei nahe der in Schnee gekleideten Spitze des ehrwürdigen Demawend. Ich habe in Persien höchst empfindlichen Frost erduldet, aber niemals fühlte ich eine heftigere und beißendere Kälte als in dieser luftigen Region. Ich war buchstäblich dazu genöthigt, meine Hände und Füße in beständiger Bewegung zu halten, um die Lebenswärme in mir zu erhalten. Meine Bedienung und mein Maulthierführer, welche nicht.geneigt waren, meinem Beispiele nachzuahmen, lagen beinahe empfindungslos am Boden. Mit großer Mühe vermochte ich sie zum Ausstehen, und mit vereinter Anstrengung gelang es uns, einige Holzbalken, welche über das Dach eines verfallenen Stalles lagen, loszureißen, und nachdem wir ein Feuer angezündet hatten, und ich jedem meiner Leute eine Tasse Thee gegeben hatte, so waren sie besser vorbereitet, den erstarrenden Wirkungen der Kälte zu widerstehen. Am Nachmittage des 20. erreichten wir Demawend, einen kleinen niedlichen Ort, nahe am Fuße des Berges gelegen, von dem er seinen Namen erhalten hat. Die Einwohner schreiben diesem Orte ein sehr hohes Alter zu, und geben sogar vor, daß Sohak (der von einigen für den Nimrod der Schrift gehalten wird, dessen Namen im Morgenlande noch verwünscht wird) ihn zu seiner Residenz und dem Sitze seiner Regierung machte. Aber was nur immer ehemals sein Ruf gewesen sein mag, jetzt ist er nur ein großes Dorf/ das von 500 mahometanischen und von 50 jüdischen Familien bewohnt wird. Bald nach meiner Ankunft besuchte ich den Mullah I—. Er war bei H. N—., dem reichsten Juden des Orts, von dessen Frauen eine am vorhergehenden Tage beerdigt worden war. (Die Juden im Morgenlande huldigen der Vielweiberei. Ich kenne einige reiche

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