Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Umstände, welche das Dasein dieses geknechteten Volkes in Gefahr bringen, entfernt und die wiedergebornen und gläubigen Söhne Abrahams mitten im Lande ein Segen sein werden. Die Juden erdulden gewöhnlich während des Sommers große Mühseligkeit und Beschwerden, ja vom Mai bis zum October ist ihr Stadtviertel ein Hospital von Kranken und Todten. Die Mahometaner vermeiden die tödtlichen Wirkungen der zerstörenden Seuche, welche sich über den sumpfigen Boden an der Küste verbreitet, indem sie sich in das Gebirge Demawend zurückziehen, aber der unglückliche Jude, welcher kaum in der Stadt sicher ist, darf nichts unternehmen, um sein Leben zu schützen. Er muß daher geduldig die Verheerungen der Krankheit erdulden, und einen nach dem Andern von seinen Freunden und Verwandten auf das harte Lager nieder gestreckt, oder von der eisigen Hand des Todes ergriffen sehen, ohne im Stande zu sein von einem Schauplatze zu fliehen, wo verschiedene Monate Alles in einen tiefen Trübsinn gehüllt ist. Wenn bisweilen Dürre entsteht, so wird das Elend der Juden sehr vergrößert, denn solche Heimsuchungen schreiben ihre harten Verfolger allezeit ihrem Unglauben und ihrer Verstocktheit zu; aber da das Elend der Lebendigen allezeit so groß ist, daß es nicht mehr vergrößert werden kann, so suchen ihre Feinde den Zorn des Himmels damit zu stillen, daß sie zehn, fünfzehn oder selbst zwanzig von den verstorbenen Israeliten wieder ausgraben und ihre vermoderten Ueberreste unter Jauchzen und Stoßgebeten auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Es ist ein sonderbares Zusammentreffen, daß diesem grausamen Gebrauche von Bigotterie und Schwärmerei gewöhnlich der ersehnte Regen folgt. Die Juden sagen, es sei dies das Werk des Satans; aber ich glaube, daß die verschmitzten Mullahs oder mahometanischen Gottesgelehrten warten bis die Regenzeit vor der Thür ist; in dieser Weise aber wird ihre Heiligkeit und die Schuld der Juden in den Augen des thörichten unwissenden Volkes in einen größeren Kontrast gestellt. Den 15. April. — Um 5 Uhr des Morgens kam der Maulthiertreiber um zu laden. Der Regen, welcher die ganze Nacht vom Himmel herab strömte, hielt mit ungeschwächter Heftigkeit an, so