Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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187 frusch eine Stadt von der größten Wichtigkeit und hatte mehr als 200,000 Eiwohner; aber Unterdrückung und schlechte Regierung haben in den letzten Jahren die Bevölkerung so verringert, daß diese einst strebsame und blühende Stadt gegenwärtig nicht mehr als 20,000 Einwohner zählt, welche ungeachtet ihrer für den Handel günstigen Lage und der Fruchtbarkeit des Bodens mit vielen Schwierigkeiten und mancherlei widerwärtigen Umständen zu kämpfen haben. In Masanderan giebt es keine Christen, und die Juden leben in dem ganzen Lande zerstreut; in Balfrusch wohnen ISO Familien. Dieser traurige Ueberrest einer einst blühenden Gemeinde seufzt unter schmerzlichen Unterdrückungen und schweren Lasten. Sie bewohnen einen besonderen Theil der Stadt und haben sechs Synagogen, — eine viel zu große Zahl für eine so geringe Anzahl; aber Feindschaft und Haß haben solche Spaltungen unter ihnen verursacht, daß nicht selten die nächsten Verwandten nicht mit einander in demselben Gotteshause beten wollen. Es ist merkwürdig, daß die Juden in vielen Städten Persiens, wo sie der größten Tyrannei und Ungerechtigkeit unterworfen sind, anstatt durch das gemeinsame Band der Leiden eng mit einander verbunden zu sein, sich gewöhnlich durch die geringfügigsten Streitigkeiten trennen und solche Gefühle der Rache nähren, daß sie sich häufig einander ihren Verfolgern verrathen und die unbarmherzige Unduldsamkeit des Jslamismus auf ihren eigenen Kopf laden. Ich sah mehrere Juden, welche Mahometancr geworden waren, und als ich sie fragte, warum sie die Religion ihrer Väter abgeschworen hätten, so erhielt ich stets die Antwort: „Juden haben uns gezwungen, den Feind unserer Nation als den Propheten Gottes anzuerkennen." Ich sprach mit Vielen über diesen traurigen Zustand und bemühte mich eine Versöhnung unter ihnen zu bewirken, aber das war vergebens. Der Same der Zwietracht scheint tiefe Wurzel unter ihnen geschlagen zu haben, und ihre ganze Kraft wird darauf verwandt, ihren Religionsgenossen das Blut aus den Adern auszusaugen. Unglückliches Volk! Die Unterdrückung hat ihre Gemüther erniedrigt und ihre Herzen verderbt, und der Missionar sieht mit Gebet auf die Zeit hin, wenn auch hier die verschiedenen