Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10-12 (1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Als dieser Rabbi, dessen Gegenwart den Juden einigen Zurückhalt auferlegte, gegangen war, hatte ich eine lange Unterhaltung mit ihnen, in welcher ich mich bemühte, ihnen die Nothwendigkeit der Buße und des Glaubens an unfern Herrn Jesum Christum einzuprägen. Sie versprachen Alle, das Neue Testament zu lesen, und baten mich mit Thränen, welche ihre Wangen herabrollten, sie zu besuchen, wenn ich nach Persien käme. „Sie meinen vielleicht, sagten einige, daß wir unwissend und gleichgültig gegen Ihre Botschaft sind, aber glauben Sie uns, das ist nicht der Fall. Wir hier verlangen alle nach der Ankunft des Messias, und, o! wenn Jesus der wahre Messias ist, so belebe Du, o Herr, unfern dahin schmachtenden Geist, dadurch, daß du unserm finstern und beladenen Gemüthe diese kaum verstandene Wahrheit offenbarst." Die letzten Worte wurden mit einem so tiefen Ernste und Feierlichkeit ausgesprochen, daß ich ganz ergriffen wurde und den Herrn bat, daß er ihre Bitte erhören und erfüllen wolle. Den 14. April. — Früh am Morgen besuchte ich das Judenviertel. Es war ein augenscheinliches Gefühl des Bedauerns bei ihnen vorhanden über meine herannahende Abreise, woran Alt und Jung Theil zu nehmen schienen. Ich erklärte ihnen noch einmal die Lehre des Christenthums, sprach gegen sie aus seine Warnungen des Wehs, und Verheißungen der Herrlichkeit, und beschloß mit der Ermahnung, daß sie das Evangelium und die Bibel ohne die Erläuterungen der Rabbinen lesen möchten, da sie die einzigen Bücher sind, welche durch gläubiges Forschen ihre Gemüther erleuchten und überzeugen, ihre Seelen stärken und veredeln und sie so mit Hoffnung und Seligkeit erfüllen können, daß sie dieser Güter durch Nichts beraubt werden können. Viele begleiteten mich in meine Wohnung, wo sie bis in die Nacht hinein blieben, und mich dann, als.ich die Vorbereitungen zu meiner Abreise treffen mußte, nur sehr ungern verließen. Balfrusch ist die größte Stadt in Masanderan, dem alten Hyrcania. Die Stadt liegt drei Stunden vom Kaspischen Meere entfernt und mitten in einem unbegränzten Walde von den üppigsten Orangen-, Limonen- und andern Fruchtbäumen. Früher war B al-